Meine neuesten Acrylbilder
September 23, 2008
Nach langer Malpause (April – Ende August) male ich jetzt wieder. Bei dem Bild „Am Fenster“ hörte ich die ganze Zeit die Musik von City (CD Titel: Am Fenster). Es war eine sehr entspannende und doch auch spannende Arbeit. Viel zu sehen gibt es auf dem Bild.
Bildtitel: Am Fenster
Vor kurzem sah ich mir ein Video an. Ölmalerei, wie die alten Meister, mit wunderbaren Spiegelungen, fotorealistisch. Das verführte mich dazu auch einmal so malen zu wollen. Äpfel sollten das Motiv sein. Aber irgendwie komme ich von dem vorgestellten Weg immer ab und etwas ganz eigenes tut sich. Das Bild heißt heute „Sternenhimmel“ und hat weder etwas mit Fotorealismus noch mit Äpfeln zu tun.
Bildtitel: Sternenhimmel
Es grüßt Euch – Usto
Maltag bei Evelin – Acrylmalen – Thema Ausdrucksmalen
September 23, 2008
20.09.2008
Der Vormittag
Der Maltag beginnt wie üblich mit einer Teerunde. Heute sind wir nur drei Teilnehmerinnen. Alle erzählen ein bisschen, kommen zur Ruhe und schauen auf das von Evelin vorbereitete Anschauungsmaterial. Dort liegen Bücher mit aufgeschlagenen Seiten. Ich sehe expressionistische Körper in explosiven Farben. An den Wänden hängen teils unfertige Bilder – es scheinen Bildideen zu sein. Auf der Erde liegen merkwürdige Bildformate. Mir scheint auf den Dreien eine Geschichte erzählt zu sein. Auch stehen Leinwände mit Formaten sehr schmal aber hoch in Sichtweite. Was das wohl werden soll?
Evelin erklärt uns, dass sie gestern bis Mitternacht geübt hat, was sie sich so als Thema für heute für uns ausgedacht hat. Sie selbst ist so dabei gewesen, dass sie sich regelrecht zwingen musste aufzuhören. Körperbilder soll die Anregung für uns sein. Und zwar in dem Sinne: Wo stehe ich jetzt? Was ist mein Weg? Wo will ich hin?
Die Körper sollen gar nicht den Anspruch haben, real zu sein. Wenn sie es sind: So sei es! Aber wir sind nicht aufgefordert, einen Körper in Realgrößen und Formen zu malen. Selbst, wenn am Ende gar kein Körper auf dem Bild mehr sichtbar ist – ist es gut. Das schmale Papierformat soll uns zusätzlich begrenzen. Sie hat schon einige Papiere im Format 50 x 20 (?) zugeschnitten. Nee, ich möchte 100 x 50. Die anderen auch. Also schneidet Evelin die Papiere zu. Im Laufe des Vormittags kommt sie richtig in Stress, um unseren Papierbedarf zu decken. Schmunzel.
Richtig Lust habe ich auf heute auf Experimente und spontanes Tun.
Ich fange an. Grün, orange, gelb und weiß brauche ich – später noch blau, karmin, indigo – ja, eben fast die ganze Farbpalette. Die Farben werden gesetzt – teils sehr flüssig, teils lasse ich Wasser drüber laufen. Es geht sehr schnell, also das Bild raus zum Trocknen in den Garten stellen. Nächstes Blatt – jetzt hauptsächlich zitronengelb und ultramarin mit viel Wasser. Schon wieder der erste Arbeitschritt fertig! Evelin, mein 2. Blatt muss trocknen. Also noch ein drittes Blatt aufspannen, in die Farbe greifen und Spuren aufs Blatt ziehen, mit dem Pinselstil einige Strukturen ziehen, beiseite stellen, Tee trinken und sich die drei begonnenen Bilder anschauen. Ich sehe etwas. Beim 2. Bild mag ich nicht mehr viel verändern. Spontan kommt mir die Idee einen Spruch auf das Blatt zu schreiben. Evelin findet für mich Minibücher mit schlauen Sprüchen. Ganz schnell habe ich den richtigen gefunden. Es ist ja das Bild: Was ist mein Weg? Das Mittlere!
Bildtitel: Bäume
Im Ersten Bild sehe ich einen wunderbaren Wald. Er wird verdeutlicht. Unten sind zwei Figuren, die durch Umrandung mit Ölpastellen kenntlicher gemacht werden und später durch Acrylfarbe in das Bild eingebunden werden. Zwei runde Scheiben erkenne ich. Eine drängt sich sehr vor. Sie wird erst einmal weiß gefärbt. Oben ist nicht viel zu tun. Mit Ölpastellstiften ein paar Linien ziehen und was ist das? Sieht ein bisschen wie eine Torte aus. Irgendwie finde ich das Bild humorig und das bleibt dann auch den ganzen restlichen Tag so. Immer, wenn ich es ansehe muss ich schmunzeln. Nach dem Trocknen des weißen Kreises wird er gefärbt und eingebunden oder auch nicht richtig – ich kann mich nicht richtig entscheiden und das sieht man auch auf dem Endergebnis.
Bildtitel: Ober- und Unterwelt
Es ist kurz vor Mittag und ich bekomme von Evelin die zusätzliche Aufgabe ein „hässliches Bild“ zu malen. Natürlich revidiert sie das. Was ist denn ein hässliches Bild? Sie meint selbstverständlich ein Bild, auf dem ich keine Hemmungen habe, einige wenige Stellen stehen zu lassen und den Rest weiß zu übermalen, um dann noch einmal neu zu beginnen mit den schönen Stellen und der unschuldigen Fläche. Sie schneidet mir schnell ein Papier, aber ich lasse es erst einmal ruhen. Beginne ein Restblatt (100 x 20) zu bemalen. Kugeln müssen es sein und Strichmännchen. Macht viel Spaß. Es ist Mittag.
Mittagspause
Ich fühle mich wohl und entspannt. Suche mir ein paar Bücher aus Evelins Schrank, setze mich mit meinem Brot, dem Apfel aus dem eigenen Garten und den Büchern auf die Terrasse. Die Sonne scheint so wunderbar. Ich genieße das und meine Pause ist diesmal tatsächlich eine Stunde lang.
Mit Zustimmung der anderen Teilnehmerinnen lege ich zum Ende meiner Mittagspause die von mir mitgebrachte CD von Patricia Kaas (le mot de passe) auf. Wunderschön! Es ist etwas lauter an, weil Vera auf der Terrasse auch etwas hören möchte. – Später erzählt Evelin, dass sie ihren Sohn in der Mittagspause in Verdacht hatte, so laute Musik zu hören. Upps, entschuldige!
Schnell male ich den Beginn des „hässlichen Bildes“. In die Farbe gehe ich mit dem Spachtel, stelle es an die Seite und beachte es gar nicht, wirklich gar nicht.
Das Strichmännchenbild will noch etwas Form haben. Ich mag es.
Bildtitel: Das Strichmännchenbild
Das dritte Bild – Wo will ich hin? – ist dran. Alles, was ich so sehe verdeutliche ich. Baue eine Art Treppe ein und beginne einen Höhleneingang zu skizzieren.
Evelin kommt von der Mittagspause. Ihr Blick fällt auf das Hässliche. Ja, sagt sie, es erinnert mich an Dein Bild „violett“. Ich sehe sofort den Mann aus dem Bild violett. Er geht nur diesmal den Berg hinauf und hat einen Seesack auf dem Rücken. Oh, je! Wenn jemand so viel Fantasie hat, dann sieht er bei so einem gespachtelten Bild sofort irgendetwas. Ja, ich finde ganz, ganz viel. Sie meint, dass sie durchaus versteht, wenn ich jetzt wie gehabt weitermale bzw. mit der Zeichenfeder arbeite. Aber sie wird nicht aufgeben und versuchen, mir neue Perspektiven zu vermitteln. Ich will nicht mehr viel sehen, nehme den Ölpastellstift, umzeichne einige Felder – bitte nicht nur Quadrate und Rechtecke, besser sind freie Formen -, nehme weiß und vernichte den Mann mit dem Seesack. Ganz schnell, sonst hätte ich es nicht geschafft. Das Bild muss jetzt erst einmal trocknen.
Zurück zu Nummer 3. Die Schlange bekommt ein Auge. Ein Muster soll die Schlangenhaut zieren. Das ist eine mental ganz beruhigende Arbeit. Evelin sieht das Blatt, ich den Berg mit der Treppe, aber jetzt, wo sie es sagt, sehe ich das Blatt auch und es gefällt mir. Mein Höhleneingang wird zum Apfel. Ein paar kleine Details noch, Farbe verstärken, betrachten und ja, ist gut so.
Bildtitel: Der Garten Eden
Das Hässliche bekommt Farbe und Strukturen. Die Strukturen sind Worte – Fragen. Die Farbflächen noch etwas verbinden und nun aufräumen, die Malzeit ist um.
Zu Hause erhält das Bild noch einige Strukturen mit einem weißen Ölpastellstift. Natürlich finde ich wieder Figuren.
Bildtitel: Fragen über Fragen
Es tat gut, einmal nur abzuschalten, den Stress der vergangenen Woche hinter sich zu lassen.
Es grüßt Euch – Usto
Mein allererstes Aquarell
September 12, 2008
Jeder fängt irgendwann einmal an. So war es auch bei mir. Nachdem ich drei Jahre lang zu Weihnachten teilbare Plastikkugeln mit Acrylfarbe bemalt, betropft, betupft hatte und auch mit Klebepistole Spuren auf den Kugeln hinterlassen und diese mit Gold-, Silber- oder Bronzeglimmer betrichen hatte und sie zum Abschluss lackiert hatte, hatte ich genug davon. Mir fehlte jedoch etwas. Ganz doll! Da fiel mir im Sommer danach das Volkshochschulheft in die Hand und es wurde ein Mal- und Zeichenkurs angeboten. Flugs meldete ich mich an. Eine Freundin kam mit.
Der erste Malabend begann damit, dass der Kursleiter eine Geschichte vom Wikingerschiff erzählte. In dem kahlen schlecht beleuchteten Kunstraum unseres Gymnasiums machten alle Kursteilnehmer lange Gesichter. Was sollte das? Es gab keine Vorlagen, keine Blumen, keine Kalenderblätter, keine richtige Anleitung zum Malen. Und nun – macht `mal schön! Die meisten Teilnehmer konnten schon malen. Ich hatte nie zuvor einen Malkurs mitgemacht und auch nicht wirklich eine Erwartungshaltung, da ich ja keinen Vergleich hatte. Also malte ich auf meinem DIN A 5 Skizzenpapier drauflos.
Hier seht ihr nun das Ergebnis des ersten Abends.
Inzwischen male ich seit 12 Jahren und weiß, was mir damals fehlte.
Es Grüßt Euch – Usto
Die letzte Spur – Kriminalroman
September 7, 2008
Autorin: Charlotte Link
Rosanna Hamilton ist auf der Suche nach sich selbst und wie es in ihrem Leben weiter gehen soll. In Gibraltar lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Stiefsohn. Ein Dorf in der Nähe von London ist ihr Zuhause und in London kann sie in ihrem Beruf als Journalistin arbeiten. Die Ehe kriselt. Das Angebot der Zeitung, eine Serie über verschwundene Frauen zu schreiben, ist reizvoll, bietet es doch Abstand zur familiären Situation. Rosanna entscheidet sich, die Recherchearbeit für die Zeitung anzunehmen. Sie beginnt mit dem Fall von Elaine Dawson. Elaine lebte in Rosannas Dorf und verschwand an dem Tag, an dem sie zur Hochzeit von Rosanna reisen sollte. Was wurde aus ihr?
Mich fesselte dieser spannende Roman. Sowohl die Geschichte von Rosanna und ihrer Familie als auch die von Elaine wird psychologisch raffiniert erzählt. Ich mag es gerne, wenn Kriminalromane psychologisch hintergründig sind. Das Raten, wer denn nun der Mörder ist, ist dann immer so spannend. Hier lag ich total daneben. Am Ende des Romans geht der Spannungsbogen noch einmal ganz hoch und das Ende überraschte mich.
Der Katalane
September 7, 2008
Autor: Noah Gordon
1874, Josep muss aus Katalonien fliehen. So verbringt er einige Jahre in Frankreich bei einem Weinbauer. Hier lernt er sehr viel über den Weinanbau. Er sehnt sich jedoch zurück auf den kleinen Weinhof seines Vaters. Sein Vater baut hier in zweiter Generation Wein für die Essigherstellung an.
Im Laufe des Buches klärt sich, warum Josep fliehen musste. Das Buch erzählt seine und die Geschichte seines Dorfes einfühlsam und ruhig. Die Romanfiguren werden sehr gut skizziert. Wer gerne Bücher mag, die so leise dahinplätschern, der ist mit diesem Buch glücklich. Große Spannungsbögen gibt es nicht. In dem Buch fließt alles wie ein ruhiger Bach dahin.
Der Medicus ist für mich immer noch das beste Buch von Noah Gordon.
Geheime Welt Idhun – Fantasieroman 4 Bände
September 7, 2008
Roman von Laura Gallego Garcia
Drei Teenager treffen auf der Erdenwelt, Limbhad und Idhun aufeinander. Sie sind einzigartig. Jeder von ihnen hat ein Geheimnis, dass sie selbst erst entdecken müssen. Das letzte seiner Art ist jeder Teenager, Einhorn, geflügelte Schlange und Drache. Aus ihrer Natur heraus hassen sich die Schlange und der Drache. Das von beiden geliebte Einhorn und ihre Einzigartigkeit verbindet sie miteinander.
Freunde: ein Magier, ein Prinz, eine Himmelblaue, eine Elfe und viele mehr helfen ihnen, sich in der Welt und in die Umstände, in die sie verwickelt werden, zurechtzufinden. Neider und bösartige Gestalten machen Ihnen das Leben schwer. Nur dann, wenn sie zueinander halten, füreinander da sind und sich aufeinander verlassen können, sind sie stark. Wenn der Hass, die Eifersucht oder Zweifel sie quält, dann machen sie Fehler – manchmal kaum wieder gut zu machen.
Ihre Prüfungen meistern sie mit Fantasie und Mut und am Ende sind sie doch zu anders, um bei den Völkern Idhuns ihren Frieden finden und unbehelligt leben zu können.
Dieses Fantasiebuch erzählt auf fantastische Weise über die Welt der Jugendlichen, ihre Mutproben und Misserfolge und die Entwicklung zum verantwortungsvollen Wesen. Die Veränderungen vom frühen Teenageralter bis zum Erwachsenendasein mit all ihren Verwicklungen und Facetten werden deutlich. Anders zu sein ist immer schwierig und mit vielen Vorurteilen behaftet. So auch hier. Trotzdem können die Figuren des Romans sich nicht verstellen höchstens verstecken. Selbstbewusstsein und zu ihren Überzeugungen zu stehen, üben sie unter größten Schwierigkeiten. Doch immer haben sie auch Begleiter, die ihnen auf ihrem Weg helfen.
Es ist ein Buch, das sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht. Mein 15 jähriger Sohn war genauso begeistert wie ich.
Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung
September 7, 2008
Autor: Philippe Claudel / rororo Verlag
Sehr feinfühlig berichtet der Autor von einem alten Mann aus einem fernen Land. Ganz alleine mit seiner Enkelin kommt er mit einem Schiff in eine fremde Heimat.
Er kann die Sprache nicht. Seine Gedanken gehen oft in die ferne Heimat. In dem ihm fremden Land lernt er einen anderen älteren Herrn kennen. Beide Männer verstehen sich ohne Worte, denn keiner spricht die Sprache des Anderen.
Ein kleines feines Taschenbuch habe ich mir da gekauft. Es berührt mich sehr. Sehr einfühlsam geschrieben ist es. Das Thema des Buches macht mich ganz nachdenklich.
Die Tore der Welt
Juli 6, 2008
Roman von Ken Follett
Die Fortsetzung von „Die Säulen der Erde“ enttäuscht nicht. Es ist jedoch nicht unbedingt notwendig den Vorgänger zu lesen. Bei dem Roman handelt es sich um eine in sich abgeschlossene Geschichte von den Nachfahren Tom Builders, seines Stiefsohnes Jack und dessen großer Liebe Ariane.
Voller Vorfreude nahm ich den dicken, sehr dicken Wälzer in Angriff. Die eng in kleiner Schrift beschriebenen 1024 Seiten waren es wert. Tiefstes Mittelalter offenbarte sich mir. Auf einfache, grausame und kluge Menschen, Herrscher und Kirchenfürsten traf ich. Eigentlich erzählt das Buch über das Schicksal der Frauen im Mittelalter. Sie sind in diesem Zeitalter so gut wie rechtlos, ob adelig, aus Tagelöhnerkreisen oder reichen Händlerhäusern. Frauen werden regelrecht verkauft, verschenkt, klein gemacht, wo es nur geht. Ihre Väter oder Ehemänner sind die Besitzer der Frauen, und das Schlimmste ist, dass die Rechtsprechung diesen grausamen Bedingungen Recht gibt. Einige wenige der Männer akzeptieren, fördern und lieben den Intellekt ihrer Tochter, ihrer Freundin und unterstützen sie in ihrer Eigenständigkeit und ihrem Tun. Die Frauen wehren sich mit Bauernschläue, Intellekt und Fantasie bis hin zu Mord. Trotz aller Umstände finden die mutigen weiblichen Hauptfiguren Caris und Gwenda ihr Glück, das sie sich selbst schenken oder man könnte auch sagen schwer erkämpfen. Sie trotzen den Mächtigen, nehmen Rückschläge dahin und geben nicht auf.
Die männlichen Hauptfiguren im Buch sind damit beschäftigt, den Lebensunterhalt zu verdienen, Handel zu treiben, Ritter zu werden oder auch der Prior der Priorei Kingsbridge zu werden. Merthin träumt davon, das höchste Gebäude Enlands zu erbauen. Sowohl der Handel, die Brücke zu Kingsbridge als auch das höchste Gebäude Englands sind die Tore zur Welt. Durch die man allerdings selbst gehen muss.
Männer und Frauen machen die schlimme Zeit der Pest durch und bewähren sich oder auch nicht.
Während ich dieses Buch las, kam mir immer wieder in den Sinn, dass Frauen in der Vergangenheit hart für ihre Rechte kämpften, eigentlich ums nackte Überleben. Sie waren die Vorreiter für die Rechte, die wir heute haben. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir nicht mehr der Besitz eines Mannes sind, sondern unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen leben können. Und was machen wir daraus? Viele Frauen gehen nicht mehr zur Wahl, die elementar für unsere Rechte ist. Warum nicht? Wenn wir heute nicht weiterhin für unsere Rechte eintreten, dann werden wir sie vielleicht eines Tages wieder verlieren.
Es grüßt Euch – usto
Zum 70. Geburtstag von Klaus Fußmann gibt es im Kreuzstall eine Sonderausstellung mit Werken des Malers. Die Ausstellung beinhaltet sowohl Aquarelle als auch Ölbilder. Die Aquarelle gefielen mir größtenteils gut. Hier sind einige kleinformatige Blumenbilder in Aquarell für mich ganz besondere Schätze gewesen. Auch findet man in Schautischen viele Aquarelle, ein Tisch Blumenmotive und ein Tisch Landschafts- und Farbmotive, in Postkartenformat.
Ölbilder hat er mehrfach in verschiedenen Formaten, das Motiv in unterschiedlichen Farbrichtungen oder das Stillleben verschiedener Krüge, Vasen und Porzellanschalen unterschiedlich angeordnet immer wieder gemalt.
Die Farbigkeit der Ölbilder ist eher gedeckt (einzige Ausnahme sind die verschiedenen Varianten des Einhorns/Pferdes mit der extrem grünen Wiesenfläche), während die Aquarelle leuchten.
Bei den großformatigen Ölbildern gefiel mir besonders sein „Modell mit dem violetten Tuch“ (den Bildtitel: Name des Modells, weiß ich leider nicht mehr genau). Sowohl die Farbigkeit als auch der Ausdruck, den die Frau mir vermittelte sprach mich an.
Das Bild „wie lange noch“ stellt einen Wald dar, auf den ersten Blick sehr schön. Auf den zweiten Blick sind die kahlen Spitzen der Bäume deutlich sichtbar. Ein Mahnmal gegen die Umweltverschmutzung, ein großartiges Bild, das zum Nachdenken anregt.
Gar nicht anfreunden konnte ich mich mit den grob und megadick aufgeklatschten Ölschichten auf einigen kleinformatigen Bildern.
Alles in allem war es sehr interessant, die Arbeitsweise des Klaus Fußmann zu sehen und vor allem, was ich bisher noch in keiner Ausstellung sah, das mehrfach abgebildete Motiv aus unterschiedlichen Sichtweisen mit unterschiedlichen Farben.
Es grüßt Euch – usto
Ziemlich neugierig war ich, was mich wohl in der Galerie der Klassischen Moderne auf Schloss Gottorf erwarten würde. Ich wurde nicht enttäuscht.
Im Eingangsbereich befinden sich eine sehr schöne modern gehaltene Cafeteria und die Möglichkeit, Erinnerungsbildbände oder Karten mit nach Hause zu nehmen. Die Ausstellung beginnt mit Bildern des Schülerwettbewerbes „Jugend im Museum“. Die Schüler haben sich mit dem Expressionismus beschäftigt. Lebhafte wunderbare nachempfundene „Nolde Bilder“ hängen an den Wänden, ebenso wie bunte expressionistische Selbstportraits. Dem schließen sich echte Noldes und Expressionisten wie Jawlenski, Otto Müller und noch mehr große Namen an. Die Portraits aus Neuguinea von Emil Nolde haben mich überrascht. Sie sind wunderbar fein gearbeitet, wo ich sonst häufig die groben Menschen Emils gesehen hatte. Sie begeistern mich sehr.
Ein echtes Highlight ist dann jedoch die Käthe Kollwitz Sammlung. Großartige Zeichnungen! Portraits, Selbstportraits und Menschenbilder werden gezeigt. Sie lebte in einer sehr schwierigen Zeit und musste den zweiten Weltkrieg erleben. Gekonnt hat sie das Leid der Menschen eingefangen und auch anhand der Selbstportraits war erkennbar, wie schwer ihr eigenes Leben gewesen sein musste. Hunger, viele Frauen, die eng zusammenrückten und ums Überleben kämpften – wenig Männer, Kinder, waren ihre Themen. Soziale Not hat sie grandios dargestellt. Plakatentwürfe wie „Unsere Kinder sollen nicht mehr hungern“, „Lasst die Kriegsgefangenen frei“, finden sich auch in der Ausstellung. Ich bin schwer beeindruckt. Käthe Kollwitz war für mich eine Kämpferin für die sozialen Belange der Menschen ihrer Zeit.
Es grüßt Euch – usto







