Die letzte Spur – Kriminalroman
September 7, 2008
Autorin: Charlotte Link
Rosanna Hamilton ist auf der Suche nach sich selbst und wie es in ihrem Leben weiter gehen soll. In Gibraltar lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Stiefsohn. Ein Dorf in der Nähe von London ist ihr Zuhause und in London kann sie in ihrem Beruf als Journalistin arbeiten. Die Ehe kriselt. Das Angebot der Zeitung, eine Serie über verschwundene Frauen zu schreiben, ist reizvoll, bietet es doch Abstand zur familiären Situation. Rosanna entscheidet sich, die Recherchearbeit für die Zeitung anzunehmen. Sie beginnt mit dem Fall von Elaine Dawson. Elaine lebte in Rosannas Dorf und verschwand an dem Tag, an dem sie zur Hochzeit von Rosanna reisen sollte. Was wurde aus ihr?
Mich fesselte dieser spannende Roman. Sowohl die Geschichte von Rosanna und ihrer Familie als auch die von Elaine wird psychologisch raffiniert erzählt. Ich mag es gerne, wenn Kriminalromane psychologisch hintergründig sind. Das Raten, wer denn nun der Mörder ist, ist dann immer so spannend. Hier lag ich total daneben. Am Ende des Romans geht der Spannungsbogen noch einmal ganz hoch und das Ende überraschte mich.
Der Katalane
September 7, 2008
Autor: Noah Gordon
1874, Josep muss aus Katalonien fliehen. So verbringt er einige Jahre in Frankreich bei einem Weinbauer. Hier lernt er sehr viel über den Weinanbau. Er sehnt sich jedoch zurück auf den kleinen Weinhof seines Vaters. Sein Vater baut hier in zweiter Generation Wein für die Essigherstellung an.
Im Laufe des Buches klärt sich, warum Josep fliehen musste. Das Buch erzählt seine und die Geschichte seines Dorfes einfühlsam und ruhig. Die Romanfiguren werden sehr gut skizziert. Wer gerne Bücher mag, die so leise dahinplätschern, der ist mit diesem Buch glücklich. Große Spannungsbögen gibt es nicht. In dem Buch fließt alles wie ein ruhiger Bach dahin.
Der Medicus ist für mich immer noch das beste Buch von Noah Gordon.
Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung
September 7, 2008
Autor: Philippe Claudel / rororo Verlag
Sehr feinfühlig berichtet der Autor von einem alten Mann aus einem fernen Land. Ganz alleine mit seiner Enkelin kommt er mit einem Schiff in eine fremde Heimat.
Er kann die Sprache nicht. Seine Gedanken gehen oft in die ferne Heimat. In dem ihm fremden Land lernt er einen anderen älteren Herrn kennen. Beide Männer verstehen sich ohne Worte, denn keiner spricht die Sprache des Anderen.
Ein kleines feines Taschenbuch habe ich mir da gekauft. Es berührt mich sehr. Sehr einfühlsam geschrieben ist es. Das Thema des Buches macht mich ganz nachdenklich.
Die Tore der Welt
Juli 6, 2008
Roman von Ken Follett
Die Fortsetzung von „Die Säulen der Erde“ enttäuscht nicht. Es ist jedoch nicht unbedingt notwendig den Vorgänger zu lesen. Bei dem Roman handelt es sich um eine in sich abgeschlossene Geschichte von den Nachfahren Tom Builders, seines Stiefsohnes Jack und dessen großer Liebe Ariane.
Voller Vorfreude nahm ich den dicken, sehr dicken Wälzer in Angriff. Die eng in kleiner Schrift beschriebenen 1024 Seiten waren es wert. Tiefstes Mittelalter offenbarte sich mir. Auf einfache, grausame und kluge Menschen, Herrscher und Kirchenfürsten traf ich. Eigentlich erzählt das Buch über das Schicksal der Frauen im Mittelalter. Sie sind in diesem Zeitalter so gut wie rechtlos, ob adelig, aus Tagelöhnerkreisen oder reichen Händlerhäusern. Frauen werden regelrecht verkauft, verschenkt, klein gemacht, wo es nur geht. Ihre Väter oder Ehemänner sind die Besitzer der Frauen, und das Schlimmste ist, dass die Rechtsprechung diesen grausamen Bedingungen Recht gibt. Einige wenige der Männer akzeptieren, fördern und lieben den Intellekt ihrer Tochter, ihrer Freundin und unterstützen sie in ihrer Eigenständigkeit und ihrem Tun. Die Frauen wehren sich mit Bauernschläue, Intellekt und Fantasie bis hin zu Mord. Trotz aller Umstände finden die mutigen weiblichen Hauptfiguren Caris und Gwenda ihr Glück, das sie sich selbst schenken oder man könnte auch sagen schwer erkämpfen. Sie trotzen den Mächtigen, nehmen Rückschläge dahin und geben nicht auf.
Die männlichen Hauptfiguren im Buch sind damit beschäftigt, den Lebensunterhalt zu verdienen, Handel zu treiben, Ritter zu werden oder auch der Prior der Priorei Kingsbridge zu werden. Merthin träumt davon, das höchste Gebäude Enlands zu erbauen. Sowohl der Handel, die Brücke zu Kingsbridge als auch das höchste Gebäude Englands sind die Tore zur Welt. Durch die man allerdings selbst gehen muss.
Männer und Frauen machen die schlimme Zeit der Pest durch und bewähren sich oder auch nicht.
Während ich dieses Buch las, kam mir immer wieder in den Sinn, dass Frauen in der Vergangenheit hart für ihre Rechte kämpften, eigentlich ums nackte Überleben. Sie waren die Vorreiter für die Rechte, die wir heute haben. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir nicht mehr der Besitz eines Mannes sind, sondern unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen leben können. Und was machen wir daraus? Viele Frauen gehen nicht mehr zur Wahl, die elementar für unsere Rechte ist. Warum nicht? Wenn wir heute nicht weiterhin für unsere Rechte eintreten, dann werden wir sie vielleicht eines Tages wieder verlieren.
Es grüßt Euch – usto
Die Säulen der Erde – von Ken Follet
Juni 14, 2008
Nach ungefähr 20 Jahren habe ich dieses Buch wieder in die Hand genommen und noch einmal gelesen. Beim ersten Mal war ich mehr als begeistert. So viele Jahre später hatte ich jedoch viel wieder vergessen und war gespannt, ob die alte Faszination wieder aufkommen würde.
Leider nicht ganz. Es ist immer noch ein sehr gutes Buch. Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut, genauso das Thema. Mittelalter, Lebensumstände, Kirche, England, Ritter, das arme Volk und das Leben eben in dieser Zeit interessieren mich einfach sehr. Die Figuren in diesem Buch sind sehr prägnant. Sie nehmen ihr Leben mutig in die eigene Hand, gestalten und lassen sich nicht durch noch so viele Hindernisse beirren. Sie gehen ihren Weg und folgen ihrer Vision. Vieles erleiden und erdulden sie, manchmal brauchen sie einen Anstoß, um auf ihren Weg zurückzufinden.
Ganz besonders gefällt mir, dass die Hauptfiguren eigenverantwortlich und mit viel Fantasie ihr Leben gestalten und verantwortungsbewusst handeln. Was ganz sicher unter den Lebensumständen im Mittelalter noch viel schwieriger war als heute. Oder doch nicht? Auch heute sind Menschen, die sich der Kuhherde nicht anpassen, sehr umstritten und haben mit Vorgesetzten, Neidern oder so genannten Bewahrern zu kämpfen, die ihnen „Knüppel zwischen die Beine werfen“, wo und so oft sie nur können. Es ist und war immer leichter mit der Masse zu schwimmen, als Ideen zu entwickeln und seinen eigenen Weg zu gehen.
Was sind denn nun die Säulen der Erde? Die Kathedrale, die in diesem Buch mühselig gebaut wird? Der Glaube? Oder die Menschen, die mit Mut, Fantasie, Entschlossenheit, Warmherzigkeit und ganz viel Menschlichkeit ihre Wege gehen?
Für mich die Menschen und für Euch?
Es grüßt Euch – Usto
Die dreizehnte Geschichte
Mai 30, 2008
Roman von Diane Setterfield
Der Roman erzählt die Geschichte der Familie Angelfield. Insbesondere die Geschichte der Kinder dieser Familie. Ganz besondere geheimnisvolle und manchmal auch gespenstische Zwillingsmädchen leben in einer Welt, wie sie eigentlich für Kinder nicht sein dürfte. Der Roman erzählt zwei Geschichten, die der Biografin Margaret und die der Schriftstellerin Vida Winter. Eigentlich haben die beiden Romangestalten nichts miteinander zu tun und doch verbindet sie etwas. Im Laufe der Ereignisse lüften sich die Geheimnisse und die Gespenster werden wahr. Am Ende des Buches wird die ganze Tragik der Familie Angelfield offen gelegt.
Das Geschehen im Buch wird erzählt, gesprochen wird wenig. Die Beschreibungen der Umgebung und der Lebensumstände sind so klar, dass es dem Leser so vorkommt, als würde er genau dort stehen und zuschauen können. Die Personen sind so lebensecht geschildert, dass man meint mit zu erleben, wie die Personen altern. Die Sprache ist klar und unverschnörkelt. Mir gefiehl das besonders, ebenso die wunderbar dargestellten Gefühle, Zweifel, Überraschenden Wendungen und das einerseits traurige und andererseits verhalten freudige Ende.
Es grüßt Euch – Usto
Ulldart – Autor: Markus Heitz
Mai 17, 2008
Ulldart – die dunkle Zeit (6 Bände)
Ulldart – Zeit des Neuen (3 Bände)
Autor: Markus Heitz/Piper Verlag
Gestern habe ich es geschafft. Alle 9 Bände sind gelesen. Schade eigentlich! Gut, dass der Autor offen lässt, ob die Serie weiter geht. Ich jedenfalls würde mich freuen.
Wer Fantasie Romane liebt, wird hier bestimmt nicht enttäuscht. Menschen, Magier, Götter, Sumpfbestien, Heiler, der König der Spione, Ritter, ein Spaßmacher, Grünhaarige, Piraten und und und tummeln sich in allen Bänden. Es gibt die Guten und natürlich die Bösen. Nicht immer eindeutig, was oder wer mag wohl gut sein? Die Geschichte lebt und entwickelt sich mit jedem Band, spannendes und nicht vorher zu sehendes passiert. Die Fantasie des Autors kennt keine Grenzen und doch hat die Geschichte einen Rahmen. Ulldart, der Kontinent mit seinen vielen Königreichen auf dem so vieles passiert und die angrenzenden Reiche sowie das Meer geben den Romanfiguren ihren Halt und lassen sie in diesem Rahmen agieren. Ich fühlte mich immer mitten drin in der Geschichte, an manchen Stellen konnte ich nicht eher schlafen gehen, als bis die Spannung nach ließ. Gut, dass es auch ruhigere Stellen gab.
Die Sprache, in der die Serie geschrieben ist, war mir sehr angenehm, respektvoll. Liebevoll werden die einzelnen Figuren beschrieben, mit ihren Schwächen und Stärken. Sie leben, sie lieben und sie kämpfen für ihre Überzeugungen, ganz authentisch. Ganz besonders gefiel mir, dass im Laufe der Bücher eine Integration stattfand – ganz zeitgemäß.
Ich wünsche Euch genauso viel Spannung und Freude beim Lesen dieser Fantasie-Roman-Serie, wie ich sie hatte.
Es grüßt Euch – Usto
Sieben Jahre in Tibet – Erinnerungen von Heinrich Harrer
März 31, 2008
Sieben Jahre in Tibet – Erinnerungen von Heinrich Harrer
Ein Buch voller Erinnerungen und Erlebnissen erzählt von Tibet.
Die unglaubliche Natur wird mit Worten in den schönsten Farben gemalt. Einsamkeit, Entbehrung, Staunen über die Natur und auch über die Menschen sind Empfindungen, die von Heinrich Harrer anschaulich dokumentiert wurden. Wenn man das Buch liest, dann begleitet man die beiden Freunde Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter bei ihrer einsamen Reise durch Tibet. Ihr Ziel ist Lhasa. Unterwegs begegnen sie Menschen. Menschen, die ihnen helfen und auch solche, die sie außer Landes weisen. Das Volk Tibets wird als sehr zurückhaltendes fast fremdenfeindliches Volk geschildert, wobei sicher auch die damalige politische Lage eine Rolle spielte.
Aber sie treffen auch auf neugierige, offene Menschen, die sehr interessiert am Fortschritt sind und auf den heutigen Dalai Lama. Er war zu dieser Zeit noch ein Kind, ein sehr interessiertes, kluges Kind.
Wer mehr über Tibet wissen möchte, der kann aus diesem Buch etwas von der Geschichte und den Menschen Tibets erfahren. Gerade in der jetzigen schwierigen Zeit Tibets, wünsche ich den Menschen Beachtung und Hilfe.
Mich hat ganz besonders der Mut der Mönche beeindruckt, die vor ein paar Tagen für die Rechte ihres Landes eingetreten sind. Sie waren meines Erachtens sehr authentisch.
Ute Storjohann