Ziemlich neugierig war ich, was mich wohl in der Galerie der Klassischen Moderne auf Schloss Gottorf erwarten würde. Ich wurde nicht enttäuscht.
Im Eingangsbereich befinden sich eine sehr schöne modern gehaltene Cafeteria und die Möglichkeit, Erinnerungsbildbände oder Karten mit nach Hause zu nehmen. Die Ausstellung beginnt mit Bildern des Schülerwettbewerbes „Jugend im Museum“. Die Schüler haben sich mit dem Expressionismus beschäftigt. Lebhafte wunderbare nachempfundene „Nolde Bilder“ hängen an den Wänden, ebenso wie bunte expressionistische Selbstportraits. Dem schließen sich echte Noldes und Expressionisten wie Jawlenski, Otto Müller und noch mehr große Namen an. Die Portraits aus Neuguinea von Emil Nolde haben mich überrascht. Sie sind wunderbar fein gearbeitet, wo ich sonst häufig die groben Menschen Emils gesehen hatte. Sie begeistern mich sehr.
Ein echtes Highlight ist dann jedoch die Käthe Kollwitz Sammlung. Großartige Zeichnungen! Portraits, Selbstportraits und Menschenbilder werden gezeigt. Sie lebte in einer sehr schwierigen Zeit und musste den zweiten Weltkrieg erleben. Gekonnt hat sie das Leid der Menschen eingefangen und auch anhand der Selbstportraits war erkennbar, wie schwer ihr eigenes Leben gewesen sein musste. Hunger, viele Frauen, die eng zusammenrückten und ums Überleben kämpften – wenig Männer, Kinder, waren ihre Themen. Soziale Not hat sie grandios dargestellt. Plakatentwürfe wie „Unsere Kinder sollen nicht mehr hungern“, „Lasst die Kriegsgefangenen frei“, finden sich auch in der Ausstellung. Ich bin schwer beeindruckt. Käthe Kollwitz war für mich eine Kämpferin für die sozialen Belange der Menschen ihrer Zeit.
Es grüßt Euch – usto