Meine neuesten Acrylbilder

September 23, 2008

Nach langer Malpause (April – Ende August) male ich jetzt wieder. Bei dem Bild „Am Fenster“ hörte ich die ganze Zeit die Musik von City (CD Titel: Am Fenster). Es war eine sehr entspannende und doch auch spannende Arbeit. Viel zu sehen gibt es auf dem Bild.

Bildtitel: Am Fenster

Vor kurzem sah ich mir ein Video an. Ölmalerei, wie die alten Meister, mit wunderbaren Spiegelungen, fotorealistisch. Das verführte mich dazu auch einmal so malen zu wollen. Äpfel sollten das Motiv sein. Aber irgendwie komme ich von dem vorgestellten Weg immer ab und etwas ganz eigenes tut sich. Das Bild heißt heute „Sternenhimmel“ und hat weder etwas mit Fotorealismus noch mit Äpfeln zu tun.

Bildtitel: Sternenhimmel

Es grüßt Euch – Usto

20.09.2008

Der Vormittag

Der Maltag beginnt wie üblich mit einer Teerunde. Heute sind wir nur drei Teilnehmerinnen. Alle erzählen ein bisschen, kommen zur Ruhe und schauen auf das von Evelin vorbereitete Anschauungsmaterial. Dort liegen Bücher mit aufgeschlagenen Seiten. Ich sehe expressionistische Körper in explosiven Farben. An den Wänden hängen teils unfertige Bilder – es scheinen Bildideen zu sein. Auf der Erde liegen merkwürdige Bildformate. Mir scheint auf den Dreien eine Geschichte erzählt zu sein. Auch stehen Leinwände mit Formaten sehr schmal aber hoch in Sichtweite. Was das wohl werden soll?

Evelin erklärt uns, dass sie gestern bis Mitternacht geübt hat, was sie sich so als Thema für heute für uns ausgedacht hat. Sie selbst ist so dabei gewesen, dass sie sich regelrecht zwingen musste aufzuhören. Körperbilder soll die Anregung für uns sein. Und zwar in dem Sinne: Wo stehe ich jetzt? Was ist mein Weg? Wo will ich hin?

Die Körper sollen gar nicht den Anspruch haben, real zu sein. Wenn sie es sind: So sei es! Aber wir sind nicht aufgefordert, einen Körper in Realgrößen und Formen zu malen. Selbst, wenn am Ende gar kein Körper auf dem Bild mehr sichtbar ist – ist es gut. Das schmale Papierformat soll uns zusätzlich begrenzen. Sie hat schon einige Papiere im Format 50 x 20 (?) zugeschnitten. Nee, ich möchte 100 x 50. Die anderen auch. Also schneidet Evelin die Papiere zu. Im Laufe des Vormittags kommt sie richtig in Stress, um unseren Papierbedarf zu decken. Schmunzel.

Richtig Lust habe ich auf heute auf Experimente und spontanes Tun.

Ich fange an. Grün, orange, gelb und weiß brauche ich – später noch blau, karmin, indigo – ja, eben fast die ganze Farbpalette. Die Farben werden gesetzt – teils sehr flüssig, teils lasse ich Wasser drüber laufen. Es geht sehr schnell, also das Bild raus zum Trocknen in den Garten stellen. Nächstes Blatt – jetzt hauptsächlich zitronengelb und ultramarin mit viel Wasser. Schon wieder der erste Arbeitschritt fertig! Evelin, mein 2. Blatt muss trocknen. Also noch ein drittes Blatt aufspannen, in die Farbe greifen und Spuren aufs Blatt ziehen, mit dem Pinselstil einige Strukturen ziehen, beiseite stellen, Tee trinken und sich die drei begonnenen Bilder anschauen. Ich sehe etwas. Beim 2. Bild mag ich nicht mehr viel verändern. Spontan kommt mir die Idee einen Spruch auf das Blatt zu schreiben. Evelin findet für mich Minibücher mit schlauen Sprüchen. Ganz schnell habe ich den richtigen gefunden. Es ist ja das Bild: Was ist mein Weg? Das Mittlere!

Bildtitel: Bäume

Im Ersten Bild sehe ich einen wunderbaren Wald. Er wird verdeutlicht. Unten sind zwei Figuren, die durch Umrandung mit Ölpastellen kenntlicher gemacht werden und später durch Acrylfarbe in das Bild eingebunden werden. Zwei runde Scheiben erkenne ich. Eine drängt sich sehr vor. Sie wird erst einmal weiß gefärbt. Oben ist nicht viel zu tun. Mit Ölpastellstiften ein paar Linien ziehen und was ist das? Sieht ein bisschen wie eine Torte aus. Irgendwie finde ich das Bild humorig und das bleibt dann auch den ganzen restlichen Tag so. Immer, wenn ich es ansehe muss ich schmunzeln. Nach dem Trocknen des weißen Kreises wird er gefärbt und eingebunden oder auch nicht richtig – ich kann mich nicht richtig entscheiden und das sieht man auch auf dem Endergebnis.

Bildtitel: Ober- und Unterwelt

Es ist kurz vor Mittag und ich bekomme von Evelin die zusätzliche Aufgabe ein „hässliches Bild“ zu malen. Natürlich revidiert sie das. Was ist denn ein hässliches Bild? Sie meint selbstverständlich ein Bild, auf dem ich keine Hemmungen habe, einige wenige Stellen stehen zu lassen und den Rest weiß zu übermalen, um dann noch einmal neu zu beginnen mit den schönen Stellen und der unschuldigen Fläche. Sie schneidet mir schnell ein Papier, aber ich lasse es erst einmal ruhen. Beginne ein Restblatt (100 x 20) zu bemalen. Kugeln müssen es sein und Strichmännchen. Macht viel Spaß. Es ist Mittag.

Mittagspause

Ich fühle mich wohl und entspannt. Suche mir ein paar Bücher aus Evelins Schrank, setze mich mit meinem Brot, dem Apfel aus dem eigenen Garten und den Büchern auf die Terrasse. Die Sonne scheint so wunderbar. Ich genieße das und meine Pause ist diesmal tatsächlich eine Stunde lang.

Mit Zustimmung der anderen Teilnehmerinnen lege ich zum Ende meiner Mittagspause die von mir mitgebrachte CD von Patricia Kaas (le mot de passe) auf. Wunderschön! Es ist etwas lauter an, weil Vera auf der Terrasse auch etwas hören möchte. – Später erzählt Evelin, dass sie ihren Sohn in der Mittagspause in Verdacht hatte, so laute Musik zu hören. Upps, entschuldige!

Schnell male ich den Beginn des „hässlichen Bildes“. In die Farbe gehe ich mit dem Spachtel, stelle es an die Seite und beachte es gar nicht, wirklich gar nicht.

Das Strichmännchenbild will noch etwas Form haben. Ich mag es.

Bildtitel: Das Strichmännchenbild

Das dritte Bild – Wo will ich hin? – ist dran. Alles, was ich so sehe verdeutliche ich. Baue eine Art Treppe ein und beginne einen Höhleneingang zu skizzieren.

Evelin kommt von der Mittagspause. Ihr Blick fällt auf das Hässliche. Ja, sagt sie, es erinnert mich an Dein Bild „violett“. Ich sehe sofort den Mann aus dem Bild violett. Er geht nur diesmal den Berg hinauf und hat einen Seesack auf dem Rücken. Oh, je! Wenn jemand so viel Fantasie hat, dann sieht er bei so einem gespachtelten Bild sofort irgendetwas. Ja, ich finde ganz, ganz viel. Sie meint, dass sie durchaus versteht, wenn ich jetzt wie gehabt weitermale bzw. mit der Zeichenfeder arbeite. Aber sie wird nicht aufgeben und versuchen, mir neue Perspektiven zu vermitteln. Ich will nicht mehr viel sehen, nehme den Ölpastellstift, umzeichne einige Felder – bitte nicht nur Quadrate und Rechtecke, besser sind freie Formen -, nehme weiß und vernichte den Mann mit dem Seesack. Ganz schnell, sonst hätte ich es nicht geschafft. Das Bild muss jetzt erst einmal trocknen.

Zurück zu Nummer 3. Die Schlange bekommt ein Auge. Ein Muster soll die Schlangenhaut zieren. Das ist eine mental ganz beruhigende Arbeit. Evelin sieht das Blatt, ich den Berg mit der Treppe, aber jetzt, wo sie es sagt, sehe ich das Blatt auch und es gefällt mir. Mein Höhleneingang wird zum Apfel. Ein paar kleine Details noch, Farbe verstärken, betrachten und ja, ist gut so.

Bildtitel: Der Garten Eden

Das Hässliche bekommt Farbe und Strukturen. Die Strukturen sind Worte – Fragen. Die Farbflächen noch etwas verbinden und nun aufräumen, die Malzeit ist um.

Zu Hause erhält das Bild noch einige Strukturen mit einem weißen Ölpastellstift. Natürlich finde ich wieder Figuren.

Bildtitel: Fragen über Fragen

Es tat gut, einmal nur abzuschalten, den Stress der vergangenen Woche hinter sich zu lassen.

Es grüßt Euch – Usto

Mein allererstes Aquarell

September 12, 2008

Jeder fängt irgendwann einmal an. So war es auch bei mir. Nachdem ich drei Jahre lang zu Weihnachten teilbare Plastikkugeln mit Acrylfarbe bemalt, betropft, betupft hatte und auch mit Klebepistole Spuren auf den Kugeln hinterlassen und diese mit Gold-, Silber- oder Bronzeglimmer betrichen hatte und sie zum Abschluss lackiert hatte, hatte ich genug davon. Mir fehlte jedoch etwas. Ganz doll! Da fiel mir im Sommer danach das Volkshochschulheft in die Hand und es wurde ein Mal- und Zeichenkurs angeboten. Flugs meldete ich mich an. Eine Freundin kam mit.
Der erste Malabend begann damit, dass der Kursleiter eine Geschichte vom Wikingerschiff erzählte. In dem kahlen schlecht beleuchteten Kunstraum unseres Gymnasiums machten alle Kursteilnehmer lange Gesichter. Was sollte das? Es gab keine Vorlagen, keine Blumen, keine Kalenderblätter, keine richtige Anleitung zum Malen. Und nun – macht `mal schön! Die meisten Teilnehmer konnten schon malen. Ich hatte nie zuvor einen Malkurs mitgemacht und auch nicht wirklich eine Erwartungshaltung, da ich ja keinen Vergleich hatte. Also malte ich auf meinem DIN A 5 Skizzenpapier drauflos.

Hier seht ihr nun das Ergebnis des ersten Abends.

Das 1. Aquarellbild 1996

Das 1. Aquarellbild 1996

Inzwischen male ich seit 12 Jahren und weiß, was mir damals fehlte.

Es Grüßt Euch – Usto

Zum 70. Geburtstag von Klaus Fußmann gibt es im Kreuzstall eine Sonderausstellung mit Werken des Malers. Die Ausstellung beinhaltet sowohl Aquarelle als auch Ölbilder. Die Aquarelle gefielen mir größtenteils gut. Hier sind einige kleinformatige Blumenbilder in Aquarell für mich ganz besondere Schätze gewesen. Auch findet man in Schautischen viele Aquarelle, ein Tisch Blumenmotive und ein Tisch Landschafts- und Farbmotive, in Postkartenformat.

Ölbilder hat er mehrfach in verschiedenen Formaten, das Motiv in unterschiedlichen Farbrichtungen oder das Stillleben verschiedener Krüge, Vasen und Porzellanschalen unterschiedlich angeordnet immer wieder gemalt.

Die Farbigkeit der Ölbilder ist eher gedeckt (einzige Ausnahme sind die verschiedenen Varianten des Einhorns/Pferdes mit der extrem grünen Wiesenfläche), während die Aquarelle leuchten.

Bei den großformatigen Ölbildern gefiel mir besonders sein „Modell mit dem violetten Tuch“ (den Bildtitel: Name des Modells, weiß ich leider nicht mehr genau). Sowohl die Farbigkeit als auch der Ausdruck, den die Frau mir vermittelte sprach mich an.

Das Bild „wie lange noch“ stellt einen Wald dar, auf den ersten Blick sehr schön. Auf den zweiten Blick sind die kahlen Spitzen der Bäume deutlich sichtbar. Ein Mahnmal gegen die Umweltverschmutzung, ein großartiges Bild, das zum Nachdenken anregt.

Gar nicht anfreunden konnte ich mich mit den grob und megadick aufgeklatschten Ölschichten auf einigen kleinformatigen Bildern.

Alles in allem war es sehr interessant, die Arbeitsweise des Klaus Fußmann zu sehen und vor allem, was ich bisher noch in keiner Ausstellung sah, das mehrfach abgebildete Motiv aus unterschiedlichen Sichtweisen mit unterschiedlichen Farben.

Es grüßt Euch – usto

Ziemlich neugierig war ich, was mich wohl in der Galerie der Klassischen Moderne auf Schloss Gottorf erwarten würde. Ich wurde nicht enttäuscht.

Im Eingangsbereich befinden sich eine sehr schöne modern gehaltene Cafeteria und die Möglichkeit, Erinnerungsbildbände oder Karten mit nach Hause zu nehmen. Die Ausstellung beginnt mit Bildern des Schülerwettbewerbes „Jugend im Museum“. Die Schüler haben sich mit dem Expressionismus beschäftigt. Lebhafte wunderbare nachempfundene „Nolde Bilder“ hängen an den Wänden, ebenso wie bunte expressionistische Selbstportraits. Dem schließen sich echte Noldes und Expressionisten wie Jawlenski, Otto Müller und noch mehr große Namen an. Die Portraits aus Neuguinea von Emil Nolde haben mich überrascht. Sie sind wunderbar fein gearbeitet, wo ich sonst häufig die groben Menschen Emils gesehen hatte. Sie begeistern mich sehr.

Ein echtes Highlight ist dann jedoch die Käthe Kollwitz Sammlung. Großartige Zeichnungen! Portraits, Selbstportraits und Menschenbilder werden gezeigt. Sie lebte in einer sehr schwierigen Zeit und musste den zweiten Weltkrieg erleben. Gekonnt hat sie das Leid der Menschen eingefangen und auch anhand der Selbstportraits war erkennbar, wie schwer ihr eigenes Leben gewesen sein musste. Hunger, viele Frauen, die eng zusammenrückten und ums Überleben kämpften – wenig Männer, Kinder, waren ihre Themen. Soziale Not hat sie grandios dargestellt. Plakatentwürfe wie „Unsere Kinder sollen nicht mehr hungern“, „Lasst die Kriegsgefangenen frei“, finden sich auch in der Ausstellung. Ich bin schwer beeindruckt. Käthe Kollwitz war für mich eine Kämpferin für die sozialen Belange der Menschen ihrer Zeit.

Es grüßt Euch – usto

Maltag bei Evelin – Malen nach einer Traumreise

19.04.2008 – Der Nachmittag

Der Nachmittag steht im Zeichen des Malens nach einer Traumreise

Gegen 15.00 Uhr sind alle Teilnehmerinnen und Evelin wieder im Malraum. Evelin ist es sehr wichtig alle darüber zu unterrichten, dass hier niemand etwas muss oder soll, aber fast alles kann, wenn er möchte. Jeder von uns kann sich entscheiden, ob er sich auf eine Traumreise begeben möchte oder ob er an den schon vorhandenen Bildern weiter arbeitet oder ohne Traumreise ein neues Bild beginnt. Auch wer mit in ihren gemütlichen Entspannungsraum (alles in Orange gehalten – einfach wunderbar warm und gemütlich) im Kellerraum kommt, kann immer einfach aufstehen und zurück in den Malraum gehen, eben die Entspannungsübung oder die Traumreise abbrechen. Wer die Traumreise beginnt, muss sich zu nichts verpflichtet fühlen. Seine Gedanken können einfach spazieren gehen und gesprochenes ausblenden oder die Teilnehmerin kann ein kleines Nickerchen halten – jeder wie er möchte eben. Nehmt Euch alle Freiheit!

Alle Teilnehmerinnen gehen mit. Wir machen es uns auf Unterlagen mit Kissen gemütlich, legen die Beine auf den Sitzsack und decken uns zu. Nachdem alle eine sehr bequeme Liegestellung gefunden haben, beginnt Evelin mit der Entspannung: Die Arme liegen ganz entspannt ……. usw., das kennt ja fast jeder, oder?

Dieses Mal kann ich mich sehr gut entspannen. Schöne Bilder habe ich bereits gemalt, kein innerer (Arbeits-)Drang stört mich mehr. Die Traumreise beginnt und auch hierauf lasse ich mich heute gerne ein. Ich sehe in meinem persönlichen Raum Farben und Formen. Da möchte Evelin, dass wir unseren Raum wieder schließen. Ein bisschen sträube ich mich noch, gehe aber dann doch hinaus. Langsam finden wir alle wieder in die Wirklichkeit zurück, gehen nach oben an unseren Malplatz und beginnen mit unseren neuen Bildern oder manche arbeiten auch auf ihren angefangenen Arbeiten weiter.

Mein Bild ist eine liegende rote Blume, ein Blütenblatt am oberen Blattrand und eines über den Stängel des Blumenstils gelegt. Der Hintergrund aquarellig gestaltet. Ich bin mit dem Ergebnis, der Raumaufteilung, irgendwie nicht so glücklich. Evelin merkt das und fragt: Was würdest Du als erstes ändern? Es hilft mir weiter. Die beiden losen Blütenblätter werden mit weißer Farbe übermalt und das Bild zum Trocknen beiseite gestellt.

Ich nehme vom letzten Maltag ein altes Bild (50 x 70 cm) und beginne dort, mir vier Rechtecke mit dem Ölpastellstift ab zu teilen, habe dann aber die Idee, wieder mit der schwarzen Tusche zu arbeiten. Auf Evelins Rat hin setze ich auch größere schwarze Flächen. Plötzlich setze ich neue Formen (eine Art Sonne) – sie stört mich genauso wie die Rechtecke – ich breche ab. Ich überlege, entweder schneide ich Teile (Postkarten heraus) oder trenne etwas vom linken Bildrand ab oder übermale störende Flächen mit weiß. Heute nicht mehr. Irgendwann weiß ich, was ich will und werde es umsetzen. Im Moment finde ich es doch wieder gar nicht so schlecht – es schwankt eben mit meiner Meinung – lach.

Und nun noch einmal zurück an das Traumbild. Ich ergänze die eine Blüte um eine weitere und setze noch drei weiße Blüten mit Stängeln und Blättern dazu. Oh, 18.00 Uhr, es ist Zeit auf zu räumen. Schön war es wieder. Dieses letzte Bild werde ich zu Hause vollenden, einige Schatten setzen, aber sonst nicht mehr all zu viel hinzu setzen.

im Traum gesehen

Tschüss, ihr Lieben, bis zum nächsten Mal, im September zum nächsten Ausdrucksmalen.

Es grüßt Euch – Ute

Malen nach Musik

Mai 8, 2008

Maltag bei Evelin – Acrylmalen – Thema: Malen nach Musik

19.04.2008 – Der Vormittag und die Mittagspause

Und wieder einmal ist Maltag. Um 10.00 Uhr beginnt der Kurstag. Wir, 5 Frauen, und Evelin stimmen uns mit einer Tasse Tee auf den Tag ein, entspannen etwas und kommen an. Evelin erzählt uns, dass sie drei Musikstücke für heute ausgesucht hat. Den Tag vorher wusste sie vor lauter Musik hören fast nicht mehr, welche Stücke sie denn nun nehmen soll. Wir sind gespannt. Bevor es los geht, haben wir alle die Qual der Wahl. Welche Papiergröße soll es heute sein? Acht mal A 3, zwei mal A 2, 70 x 100 cm oder das 70 x 100 cm Papier in drei Teile geteilt. Puuuh! Ich frage nach, welche Musikstücke wir denn hören werden, weil ich gerne danach das Papier aussuchen würde. Sie verrät es nicht. Mmmmmh! Da sitze ich nun und muss mich genau wie alle anderen blind entscheiden. Also gehe ich auf „Nummer Sicher“, das große 70 x 100 cm Blatt soll es sein. Auch die anderen Teilnehmerinnen, scheint mir, haben sich für die für sie üblichen Formate entschieden. Evelin schlägt vor, mit einem etwas kleineren Pinsel (24-iger) zu beginnen, damit das Papier nicht zu schnell voll gemalt ist. Da ich so gar nicht weiß, wo es in diesem Fall so bei mir längs gehen wird, nehme ich gerne den kleineren Pinsel. Zu dem Malprozess erzählt uns Evelin, dass sie die Musikstücke mit kleineren Pausen spielen wird. Gerne wird sie die Stücke auch ein zweites Mal hintereinander spielen. In den Musik freien Pausen können die Bilder noch etwas weiter entwickelt werden, müssen aber nicht. Sie schlägt vor, schon einmal alle Regenbogenfarben + Schwarz + Weiß in kleiner Menge bereit zu halten. Und nun geht es los.

Vivaldi – Frühling

Die Musik beginnt. Mir gefällt das klassische Stück. Und trotzdem habe ich das Gefühl, ich weiß gar nicht, was ich da tue. Teilweise kreist der Pinsel über das Papier und dann wieder springt er lustig und lebendig nach oben oder nach unten. Schnelle Farbwechsel sind kaum drin, denn die Musik nimmt gefangen und wieder muss der Pinsel schnell springen. Schon zu Ende! Für mich zu früh! Kurz setzen sich alle, betrachten ihre Bilder. Evelin sieht, dass meins noch gar nicht so weit ist, andere scheinen schon fertig. Sie macht mit dem Einverständnis aller die Musik ein zweites Mal an und alle malen noch etwas an ihrem Bild.

Ich bin nicht besonders zufrieden mit dem, was ich da so sehe. Teile gefallen mir schon, andere scheinen meinen Blick zu behindern. Einige großflächigen farbigen Teile passen mir so gar nicht. Wir haben vor dem nächsten Stück noch etwas Zeit, so dass ich sogleich die großen Flächen mir genehm mache, dass heißt sie werden türkisfarbig. Ist so schon besser, aber noch lange nicht gut.

Das Bild ruht jetzt etwas, weil wir das nächste Musikstück beginnen wollen.

Nun suche ich mir das dreigeteilte Papier aus. Es wird nebeneinander auf die Malplatte geklebt, so dass man über die Klebestreifen hinweg auf allen dreien gleichzeitig malen kann.

Griechische Musik (Sirtaki Kofto)

Ich erkenne den Sirtaki sofort. Erinnere mich an meine Schulzeit. Dort haben wir die Tanzschritte gelernt und den Tanz getanzt. Mein Pinsel, in zarte verdünnte Farben getaucht, tanzt lauter Achten und E’s auf dem Papier – in Reihen. Am Ende der zwei Musikstücke angelangt, sehen meine Papiere aus, als ob ein Erstklässler lauter E oder L Buchstaben geübt hat. Es war schon eine schöne Erinnerung, die ich da eben so gelebt habe. Wieder eine Pause, Bilder betrachten. Möchte noch jemand an seinem Bild malen? Ich nicht, kommt irgendwie bei mir zu dieser Musik nichts „Richtiges“ zustande. Auch nichts auf dem man aufbauen und weitere Ideen erarbeiten könnte.

Das Bild beiseite stellen und für das nächste Musikstück neues Papier aufkleben. Ich nehme wieder das dreigeteilte Papier.

Chopin – Prelude Des-Dur Op. 28 Nr. 15 „Regentropfen“

Eine Klaviermelodie ertönt. Ganz schnell nehmen mich die Töne gefangen. Ich bin irgendwie gleich in der Musik angekommen und kann ganz unbedarft mit dem Pinsel spielen. Die Melodie tropft wunderschön. An sich bin ich kein Fan von Klaviermusik – ehrlich gesagt, gehen mir Klavierstücke häufig ganz schnell auf die Nerven und deshalb würde ich niemals in ein Klavierkonzert gehen. Aber dieses Stück ist wunderschön und viel zu schnell zu Ende. Kurze Pause, auf die Bilder schauen und jeder überlegt für sich, ob er an sein Bild noch einmal herangehen möchte. Ja, ich möchte unbedingt das Klavierstück noch einmal hören.

In aller Ruhe höre ich dem Stück zu und verstärke hier und dort Farbe und Tropfen, umrande ein paar Formen mit einem roten Ölpastellstift.

Ich bin zufrieden und möchte diese Bilderserie nun unverändert lassen, um das erste Ursprüngliche hierin zu spüren.

Regentropfen

Wir haben noch ungefähr eine halbe Stunde Zeit bis zur Mittagspause. Evelin ermutigt uns, nun mit unseren Bildern so um zu gehen wie sonst auch. Eben das aus unserer Sicht Beste oder für uns Interessanteste aus ihnen heraus zu holen. Sie fragt uns, wie wir uns mit unseren Arbeitsergebnissen bzw. dieser besonderen Herangehensweise an ein mögliches Bild bisher fühlen, was dann auch sehr unterschiedlich ist. Ich werde von einer Teilnehmerin gefragt, ob ich beim Malen oft Musik höre. Ganz ehrlich, sobald ich zu Hause bin, ist das Erste (oft noch in der Jacke) Radio an, also ganz klar: ja, beim Malen spielt fast immer das Radio oder eine CD. Aber trotzdem habe ich noch nie bewusst ein Bild nach der gerade spielenden Musik begonnen. Es war für mich heute eine Premiere. Ausschließen will ich jedoch nicht, dass mich unbewusst die spielende Musik beim Malen meiner Bilder beeinflusst.

Evelin betrachtet mit jeder Teilnehmerin einzeln deren Bilder, gibt Anregungen, stellt Fragen, die möglicherweise weiter helfen und geht auf die Wünsche der Einzelnen ein.

Vivaldi – Frühling

Innerlich kämpfe ich mit meinem Vivaldi Frühlingsbild. Das springende lebendige hat eine harte gebogene Grenze, die die Schleifenspirale abtrennt und für sich stehen lässt. Noch kann ich die Grenze nicht ganz aufgeben. Ich verändere die Farbe von Violett in Blau. Es ist nicht besser, stört immer noch. Ich weiß es. Evelin hilft mir über den Berg und ich nehme das Feste weg indem ich es weiß überstreiche. Und wieder geht es ab zum Trocknen.

Mittagspause (Das Sirtaki Bild und Vivaldis Frühling)

Alle gehen in die Pause. Ich esse und sehe mich um, genieße die Atmosphäre wie immer. Rund eine Stunde bin ich für mich.

Das Sirtaki – Bild verlangt nach mir. Ich habe die Idee, es mit Chopins Regentropfen zu übermalen. Mindestens acht Mal höre ich die Melodie und male immer wieder auf dem Griechischen Bild, weiß, blau, indigo und karmin. Zuletzt gehe ich noch mit dem schwarzen Ölpastellstift hinein. Es ist ein echter Hingucker geworden. Ich setze sofort meine Signatur drunter – bloß nichts mehr ändern. Sirtaki ist Vergangenheit geworden – die Regentropfen haben sich durchgesetzt.

Regentropfen 2

Der Frühling von Vivaldi will auch noch etwas von mir. Ich suche die richtige CD und lasse die Melodie erklingen. Es klappt. Irgendwie beginne ich sie zu verstehen. Die ehemalige harte, trennende und dann weiß abgedeckte Rundung übermale ich mit Gelb. Auch das klare Orange muss noch auf das Papier. Die Spirale ist links zu lang, sie wird erst einmal weiß. Wiese nur sie? Ich male erst einmal ein weißes Quadrat. Es trocknet. Ich färbe das Quadrat vorsichtig ein. Wieder höre ich den Frühling springen und ganz von alleine springt auch der Pinsel. Fast fertig! Jetzt brauche ich entspannende Musik, ruhige Musik. Ich lege die CD von Loreena Mckennitt auf und male noch einige Stellen in meinem Bild in aller Ruhe fertig, Kleinigkeiten eben und dann auch noch zur Ausdrucksteigerung mit dem schwarzen Ölpastellstift den Schwung des Frühlings nach. Signatur drunter und bloß nichts mehr malen, es könnte alles verderben.

Frühling / Vivaldi

Es grüßt Euch – Ute

25. März 2008

Schloss Gottorf, wann war ich zuletzt einmal da? Ja, hier bei uns war und ist es immer noch so, dass fast alle 4. Klassen unserer Grundschulen Schloss Gottorf, Haitabu und den Schleswiger Dom besuchen. Es ist ja nicht weit, rund 1 Std. Fahrt über die A 7 und schon ist man da.

Ich habe nur noch verschwommene Erinnerungen – es ist eben sehr lange her, dass ich mir die Moorleichen und auch Haitabu angesehen hatte. Es wird wirklich Zeit, den Besuch einmal zu wiederholen und die Erinnerung aufzufrischen. Ich freue mich auf den Ausflug, freue mich ganz besonders auf die Kunstausstellung der Berliner Brücke Maler. Das Gute und Besondere an Schloss Gottorf ist, dass hier jeder Besucher etwas für ihn Interessantes entdecken kann. Wer allerdings alles sehen möchte, sollte sich 2 – 3 Tage Zeit nehmen. Schloss Gottorf bietet nämlich: den Kunst- und Kulturgeschichtlichen Rundgang vom Mittelalter bis zum Jugendstil, die archäologischen Ausstellungen von der Steinzeit bis zum Mittelalter, Ethnologische Ausstellungen (Afrika, Samurai, Sápmi), die Nydamhalle, eine Kutchensammlung, die Galerie der Klassischen Moderne, den Kreuzstall (Kunst, Kunsthandwerk und Design des 20.Jahrhunderts) die Reithalle (Sonderausstellung Wilhelm Busch). Auch im Eintritt enthalten ist der Besuch des Volkskundemuseums Schleswig (nur 900 m entfernt), der Barockgarten mit dem Globushaus und der Skulpturenpark der Schlossinsel.

Bei Sonne, Wolken und eisigem Wind geht es also eine Stunde gen Norden. Autobahnabfahrt Schleswig – Jagel geht es ab und schon bald habe ich einen wunderbaren Blick auf die Schlei und den berühmten Schleswiger Dom, in dem sich der berühmte Brüggemann Altar befindet.

Links auf der Schlossinsel erblicke ich Schloss Gottorf.

Stiftung Gottorf zeigt Höhepunkte aus dem Berliner Brücke Museum

(Auswahl mit 100 Werken)

Als erstes geht es in die Ausstellung der Expressionisten. Die Ausstellung beginnt mit den fröhlichen, leuchtenden Ölgemälden und geht dann über in Holzschnittarbeiten auf kleinem Format.

Mir gefallen auf Anhieb die Friesenhäuser I von Emil Nolde. Die Wärme und die Liebe Noldes zu seiner Heimat kommen da total durch. Auch eine kleine Aktradierung des Malers von 1906 sowie ein Selbstportrait von 1908 (Strich- und Tonätzung) sagen mir sehr zu.

Das Bild „Artistin – Marcella“, 1910, von Ernst Ludwig Kirchner, in grün mit wenig rot gehalten, mag ich auch sehr. Es wirkt sehr harmonisch und hat durch die roten Hausschuhe doch eine gewisse Spannung. Der Farbholzschnitt „Burg bei Chemnitz“(14,1 x 12 cm) von 1904 gefällt mir ebenfalls sehr. Vor allem die Farbgebung gelb, blau und wenig rot spricht mich an. “Schlachthofbahn im Winter“ ein Holzschnitt von 1906 besticht durch die wilde, expressive Holzschnittarbeit des Malers. Es wirkt so, als ob er in einem Rausch gearbeitet hat, eben sehr emotional. Ich bewundere es sehr, wie man auf so kleiner Fläche (22 x 25,3 cm) so ausdrucksstark arbeiten kann.

Bei den Bildern „Mädchen mit geneigtem Kopf“ (1904) und „Hockender Mädchenakt mit langem roten Haar“ (1904), zwei Aquarellen, ist die Unmittelbarkeit und Leichtigkeit des Farbauftrages gut zu spüren. Die Farbkontraste Orange/Blaugrün und Rot/Grün setzen die Motive gekonnt in Szene.

Der Holzschnitt „Stiere“ wirkt auf mich impulsiv gearbeitet. Beim Betrachten habe ich das Gefühl, als würden die beiden Stiere jetzt, in diesem Moment miteinander kämpfen. Die Farbgebung Schwarz/Weiß unterstreicht irgendwie die Aggressivität der Tiere.

Auch bei Karl Schmidt – Rottluff finde ich ein wunderschönes Aquarell. Der „Vareler Hafen“ von 1909 ist ein Bild, das wie aus einem Guss wirkt. Es zeigt Häuser, Schiffe und Spiegelungen. Herrlichste leuchtende Farben ziehen mich in den Bann. Die klaren Farben wurden unmittelbar und sicher neben einander gesetzt. Nachträglich wurden von dem Maler noch einige schwarze Tuschelinien gezogen, die wunderbar mit den Aquarellfarbflächen harmonieren.

Zwei kleine Holzschnitte des Malers Fritz Bleyl fallen mir auf. Da ist einmal der Holzschnitt „Stehender weiblicher Akt“ in der Größe 10,1 x 2,1 cm und zum Zweiten das Bild „Winter“ (17 x 9,9 cm), beide von 1905. Sie fallen irgendwie aus dem Rahmen. Später lese ich nach und finde heraus, dass sie dem Kompositionsschemata japanischer Farbholzschnitte entsprechen. Sie sind also wirklich etwas Besonderes.

Max Pechstein begeistert mich mit dem Ölbild „ Das gelbschwarze Trikot“ von 1909. Durch die Farbgebung Orange/Gelb und Grün kann ich die Sommerhitze geradezu spüren. Und die Krönung seiner hier gezeigten Bilder ist das sehr große Ölbild „Fischerboot“ von 1913 (190 x 96 cm). Das Schaukeln des Bootes auf dem stürmischen Meer unter dunklen dicken Wolken, die Anstrengung, Willenskraft und Angst in den Gesichtern der Ruderer ist beim Betrachten spürbar.

Auffallend ist für mich auch die Lithographie „Tänzerin (Tänzerpaar)“ aus dem Jahr 1909. Sie wirkt irgendwie humorig, frivol bis leicht zynisch auf mich.

Zu Otto Muellers Bildern und Drucken finde ich irgendwie nicht so richtig den Zugang. Sowohl die Figuren als auch die Farbigkeit seiner Bilder sprechen mich nicht wirklich an.

Namen, Größen und aus welchem Jahrgang die gezeigten Bilder waren, konnte ich mir natürlich so nicht merken. Ich entnahm diese Details aus dem Begleitbuch „Brücke High-Lights“, Magdalena M. Moeller, Hirmer Verlag München. In diesem Buch findet man alle 100 Bilder der Ausstellung und noch zusätzlich 147 weitere Werke mit Erläuterungen zu den einzelnen Bildern und Malern.

Die Ganzheit als Ziel – Stiftung Reinhardt und Johanna Guldager

Im 3. Obergeschoss des Schlosses Gottorf treffe ich ganz überraschend auf die Sammlung der Stiftung R. und J. Guldager. Es handelt sich hierbei um eine ethnologische Sammlung – Afrika. Das Ehepaar Guldager war einige Zeit in Afrika in der Entwicklungshilfe tätig. Sie brachten von dort afrikanische Masken, Schmuck und vieles mehr mit. Die Masken sind überwiegend aus Holz gearbeitet und mit verschiedenen Naturmaterialien verziert. Zu jeder Maske ist beschrieben, welchem Zweck sie dient, z. B. ist mir hier in Erinnerung geblieben – für die Verkündung des Todes eines Stammesangehörigen. Auch findet man in den Räumen verschiedene Entwicklungsprojekte erklärt.

Ganz besonders interessieren mich jedoch die Aquarelle von Reinhardt Guldager. Er hat mit sicheren Pinselstrichen in kräftigen Farben sowohl die Masken als auch die Menschen auf verschiedenen Papieren festgehalten. Fesselnd sind die Blicke der Menschen. Sie sind nicht als einfache Portraits dargestellt, sondern vermitteln die Lebenssituation der Personen. Das gefällt mir ganz besonders daran.

Die Bronzezeit, Jungsteinzeit und Menschen der Eisenzeit (Moorleichen)

Als erstes geht es in den Raum, in dem auch eine Moorleiche ausgestellt ist. Links herum gegangen, werden Kleidungsreste und auch Modelle, wie die Kleidung tatsächlich ausgesehen hat, ausgestellt. Mich überrascht, dass die Kleidung farbig, hier in einem dunklen Ziegelrot, gewesen sein soll. Bevor es zu der Moorleiche geht, werden drei Theorien an Schautafeln dargelegt, wie die Leiche wohl gestorben sein könnte. Jede der Theorien ist möglich. Bevor es dann endgültig zu den Moorleichen geht, gibt es für jeden Besucher die Möglichkeit, sich zu äußern, ob er es für richtig hält, überhaupt Moorleichen zu zeigen. Ich meine, man hat viel über das Leben und die Menschen unserer Vergangenheit durch die Untersuchung der Moorleichen gelernt und so ist es dann auch o. k. sie der Öffentlichkeit zu zeigen. Hier, auf Schloss Gottorf werden sie in den Schaukästen sehr pietätvoll gezeigt. Niemand geht an ihnen vorbei und sieht sie zwangsweise. Der Besucher kann sich ganz bewusst entscheiden – für oder gegen das Anschauen. Kleine Kinder müssen von Erwachsenen hoch gehoben werden, um einen Blick auf die Moorleichen werfen zu können.

(Die Aussagen beziehen sich nicht auf die neue Ausstellung „Der Traum vom ewigen Leben“ in der Reithalle. Diese neue Ausstellung gab es zum Zeitpunkt meines Besuches noch nicht.)

In den Schaukästen nach den Moorleichen werden Grabbeigaben gezeigt. Sie sind unterschiedlich, je nachdem ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Natürlich spielt auch die Stellung des Toten eine Rolle. Reich und arm war auch damals schon ein Thema. Ebenso spielt bei Kindern das unterschiedliche Alter bei den Grabbeigaben eine Rolle.

Merkwürdige Gegenstände sehe ich und kann sie nicht zuordnen. Zu was wurden sie gebraucht? Bei den Männern sind auch Waffen, Gürtel, Messer u. ä. zu sehen. Auch bei einigen Frauen wurden Messer dem Grab beigelegt. Hierzu wird in der Ausstellung bemerkt, dass dieses eigentlich nicht üblich war. Möglicherweise wurden die Messer zu anderen Zwecken gebraucht oder die Frauen lebten tatsächlich in einer sehr unsicheren Zeit und mussten sich selbst schützen. Krüge, sehr wenig Schmuck, Haarnadeln und Handarbeitswerkzeug findet man bei den Frauen eher.

In einem Schaukasten eines reichen Mannes steht eine Glasschale. Ich glaube nicht, dass es in dieser Zeit schon Glas gab, oder doch? Eine spätere Recherche ergab, dass es tatsächlich schon seit 1.500 vor Christus Glas gibt.

Am Ende der Ausstellung befinden sich Schaukästen, in denen genau beschrieben ist, was man mit den gezeigten Grabbeigaben machte. Mein Rätsel hat sich gelöst. Ich hätte die Ausstellung rechtsherum beginnen sollen.

Tod und Jenseits

Auf der anderen Seite des Flures geht es in die Ausstellung Tod und Jenseits. Zuerst dachte ich, dieser Teil ist wohl gesperrt, denn es ist dort dunkel, nur sehr wenig beleuchtet auf dem Flur. Auf dem Flur findet sich das Modell eines Ahnenhauses (Grabhügel). Stockdunkel, nur durch das diffuse Licht der Schaukästen erhellt, ist der nächste Raum. Mitten im Raum ist ein Scheiterhaufen aufgebaut, auf dem scheinbar eine in Leichentuch gehüllte Gestalt liegt. Mir ist unheimlich zumute. Weitere Kleidungsstücke und Grabbeigaben sind in Schaukästen ausgestellt. Große hölzerne Ahnen, Boten oder Götter sind aufgestellt worden und in einer kleinen Ecke liegt noch eine Moorleiche. Tod und Jenseits. Ein bedrückender Raum, ich bin froh, ihn verlassen zu können.

Die hier gemachten Aussagen beziehen sich nicht auf die neue Ausstellung „Der Traum vom ewigen Leben“ in der Reithalle. Diese Ausstellung gab es bei meinem Besuch noch nicht.

Das einfache Leben der Bauern, Jäger und Fischer

Lebensverhältnisse, Gegenstände des täglichen Lebens und die Arbeit mit diesen Gegenständen wird im nächsten Raum präsentiert. Ich bin schon ziemlich müde von den vielen Eindrücken und vom vielen Lesen an den ganzen Schautafeln und gehe daher etwas schneller an den Schaukästen vorbei und lese nur noch teilweise etwas. Da wird ein kleiner Film gezeigt. Ich bleibe stehen und schaue mir an, wie die großen Felsbrocken zu einem bestimmten Ort transportiert und dann aufeinander geschichtet wurden. Etwas weiter am Ende des Raumes wird noch ein Film gezeigt. Mit primitivstem Handwerkszeug wird ein Bernstein bearbeitet und später als Glied einer Kette verwendet. Die Menschen früher waren schon sehr einfallsreich und wussten sich zu helfen. Ganz sicher hatten sie ein hartes Leben. Harte körperliche Arbeit bestimmte ihren Alltag. Unglaublich abhängig waren sie vom Wetter, welches den Ernteertrag bestimmte, der ihr Überleben sicherte. Leben und Tod waren sehr nah beieinander.

Pause

Ich brauche eine Pause. Im Schlosskeller gibt es ein gemütliches Restaurant. Eine kleine, aber feine Karte verspricht Leckereien. Von der Husumer Krabbensuppe bis zu einem Stück Kuchen ist eine feine Auswahl vorhanden.

Danach geht es zu einem Spaziergang rund um das Schloss und zum Barockgarten. Der Skulpturenpark liegt hinter dem Schloss. Die nackten Figuren frieren bei dem eisigen Wind und dem Schnee ganz bestimmt. Eine neue Skulptur finde ich auch noch, eine von Kindern gebaute Schneehöhle. Sie entlockt mir ein Lächeln, ansonsten friere auch ich ganz schön.

Der befestigte Gartenweg zum Barockgarten ist gerade und lang. Rechts und links des Weges befinden sich feuchte, moorige Wiesen.

Trotz des Schnees kann man sehen, dass der Barockgarten in Terrassen angelegt ist. Mitten drin befindet sich das Globushaus. Wenn man in den Garten geht, trifft man zuerst auf zwei kleine Teiche. Aber heute lohnt es nicht, sich durch den Garten zu bewegen. Die Wege sind matschig und verschneit. Das ist nicht gut für die Schuhe. Ein andermal, vielleicht im Sommer komme ich wieder.

Die Nydamhalle

Es ist noch etwas Zeit. Was kann man noch anschauen? Die Kutschensammlung, die Galerie der Klassischen Moderne, die Reithalle (Ausstellung Wilhelm Busch), das Atelier Wimmer, die Bibliothek, im Schloss Mittelalter, Renaissance, Biedermeier, Barock, Volkskunst, Jugendstil oder die Geschichte von Schloss Gottorf oder die Nydamhalle. Die Auswahl ist noch groß.

Es soll die Nydamhalle sein. Eine riesige Halle erwartet uns. Die Hauptattraktion ist natürlich das Nydamboot. 45 Ruderer fasste es. Es ist erstaunlich gut erhalten. Nach dem Fund des Bootes und der ersten Ausstellung in Schleswig hat es noch zwei Ausflüge gemacht, einen während des 2. Weltkrieges. Ausgelagert, im Bauch eines Schiffes versteckt, harrte es auf einem unserer Seen einige Jahre aus, um dann unbeschädigt wieder in Schleswig in der Nydamhalle aufgestellt zu werden. Einen zweiten Ausflug machte es vor kurzem. Es wurde verpackt und nach Dänemark gebracht und dort ein Jahr lang ausgestellt. Beide Ausflüge sind durch Fotos dokumentiert.

In der Nydamhalle findet man auch noch in den Schaukästen ausgestellte Waffen, Kettenhemden und Schilde. Die Schilde sind groß und vermutlich sehr schwer. Die Männer, die diese Schilde trugen, mussten schon sehr muskulös sein.

Auch Angriffsstrategien werden dokumentiert.

Das Museum schließt im März bereits um 16.00 Uhr. Aber für die letzte halbe Stunde lohnt es sich nicht, noch in eine der anderen Ausstellungen zu gehen. Ich versuche noch ein schönes Foto vom Schloss zu machen. Es ist schwierig, da überall andere Gebäude den Blick etwas verstellen. Von hinten ist das Schloss nicht fotogen. Also doch von schräg vorne und dann ab nach Hause.

Die Menschenrechte

April 2, 2008

Auszug aus einem Zeitungsartikel: Amnesty International (ai) Bad Segeberg informiert:

Die meisten Chinesen ständen dank intensiver Medien- und vor allem Internet-Zensur hinter ihrer Führung (Gerd Spelling).

Auf www.youtube.com (Internetplattform) werden unzensierte Videos aus Tibet veröffentlicht. Das Forum sei nicht mehr erreichbar für die chinesische Öffentlichkeit.

Quelle: Artikel aus der Segeberger Zeitung vom 02.04.2008

Im Kalenderjahr 2006 hatte die Bad Segeberger Gruppe von ai Künstler aus dem Kreis Segeberg aufgefordert, positive Bilder zu den Menschenrechten zu malen.

Wegen der großen Beteiligung konnte ich leider nicht an der Ausstellung teilnehmen, habe aber trotzdem einige Bilder in Ölpastell dazu gemalt.

Artikel 1 der Menschenrechte

Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 1

Artikel 2

Verbot der Diskriminierung

Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.

Des weiteren darf keine Unterscheidung gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, ohne Rücksicht darauf, ob es unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder irgendeiner anderen Beschränkung seiner Souveränität unterworfen ist.

Artikel 2

Artikel 3

Recht auf Leben und Freiheit

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 3

Artikel 7

Gleichheit vor dem Gesetz

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede unterschiedliche Behandlung, welche die vorliegende Erklärung verletzen würde und gegen jede Aufreizung zu einer derartigen unterschiedlichen Behandlung.

Artikel 7

Artikel 11, 1

Unschuldsvermutung

Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist so lange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

Artikel 11

Artikel 13

Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit

Jeder Mensch hat das Recht auf Freizügigkeit und freie Wahl seines Wohnsitzes innerhalb eines Staates.

Jeder Mensch hat das Recht, jedes Land, einschließlich sein eigenes, zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren.

Artikel 13

Artikel 14, 1

Asylrecht

Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

Artikel 14

Artikel 15, 1

Recht auf Staatsangehörigkeit

Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Staatsangehörigkeit.

Artikel 15

(Pässe)

Artikel 18

Gedanken-, Gewissens-, Religionsfreiheit

Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissen- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden.

Artikel 18

Artikel 19

Meinungsäußerungs-, Informationsfreiheit

Jeder Mensch hat das Recht auf eine freie Meinung und Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, sich Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu beschaffen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 19

Die Artikel der Menschenrechte sind hier nicht vollständig aufgezählt. Leider habe ich es bisher nicht geschafft zu jedem Artikel ein Bild zu malen.

Die Menschenrechte sind immer noch aktueller denn je.

Es grüßt Euch – Ute Storjohann

Rosen

März 2, 2008

Die Rose ist auch für mich die Königin der Blumen. Ihre Formen und Farbenvielfalt begeistert mich sehr. Meine Lieblingsfarben sind hier gelb, gelborange und rotorange.

Hinweis: Weiter unten in diesem Beitrag findet Ihr Rosenfotos, Aquarelle und Acrylbilder
Mein Rosenbild „Der Tag des Gartens“

Einmal im Juni hatte ich einen Maltag. Einen ganzen Tag malen – die Vorfreude war riesig. Acrylmalen mit Strukturmitteln wurde angeboten. Motive waren nicht vorgegeben.

Die Idee zu meinem Motiv an diesem Maltag kam so:

Morgens las ich die Zeitung, insbesondere einen Artikel über den „Tag des Gartens“ in Schleswig-Holstein. An diesem Tag können Menschen fremde Gärten besuchen. Das war der erste Anreiz. Als ich dann das Haus verließ, kam ich an meiner gelben Kletterrose, die üppig blühte, vorbei und so war die zweite Verbindung zu meiner Bildidee geknüpft.

Hier nun das fertige Bild:

Der Tag des Gartens

und meine Rosenfotos:

gelbe Kletterrose 1

gelbe Kletterrose 2

gelbe Kletterrose 3

gelbe Kletterrose 4

gelbe Kletterrose 5

rote Rose 1

rote Rose 2

rote Rose 3

gelbe Kletterrose 6

gelbe Rose 1

gelbe Rose 2

Kletterrose 1

Kletterrose 2

rosa Rosen 1

rosa Rosen 2

rosa Rosen 3

rosa Rosen 4

gelbe Kletterrose 7

gelbe Kletterrose 8

rosa Rosen 5

gelbe Rose 3

orange Rose

rosa Rosen 6

dunkelrote Rose 1

dunkelrote Rose 2

rosa Rosen 7

Rose 1

Und noch einige gemalte Rosenbilder:

Rosenrot

für Birgit

Rosenblüten

Heckenrosen

Rose grafisch

Rose gelbgold

Rose rotgold

Rose gelborange

Rosenstrauß

gelbe Rosen

die Rose und der Schmetterling

Rose