Geheime Welt Idhun – Fantasieroman 4 Bände
September 7, 2008
Roman von Laura Gallego Garcia
Drei Teenager treffen auf der Erdenwelt, Limbhad und Idhun aufeinander. Sie sind einzigartig. Jeder von ihnen hat ein Geheimnis, dass sie selbst erst entdecken müssen. Das letzte seiner Art ist jeder Teenager, Einhorn, geflügelte Schlange und Drache. Aus ihrer Natur heraus hassen sich die Schlange und der Drache. Das von beiden geliebte Einhorn und ihre Einzigartigkeit verbindet sie miteinander.
Freunde: ein Magier, ein Prinz, eine Himmelblaue, eine Elfe und viele mehr helfen ihnen, sich in der Welt und in die Umstände, in die sie verwickelt werden, zurechtzufinden. Neider und bösartige Gestalten machen Ihnen das Leben schwer. Nur dann, wenn sie zueinander halten, füreinander da sind und sich aufeinander verlassen können, sind sie stark. Wenn der Hass, die Eifersucht oder Zweifel sie quält, dann machen sie Fehler – manchmal kaum wieder gut zu machen.
Ihre Prüfungen meistern sie mit Fantasie und Mut und am Ende sind sie doch zu anders, um bei den Völkern Idhuns ihren Frieden finden und unbehelligt leben zu können.
Dieses Fantasiebuch erzählt auf fantastische Weise über die Welt der Jugendlichen, ihre Mutproben und Misserfolge und die Entwicklung zum verantwortungsvollen Wesen. Die Veränderungen vom frühen Teenageralter bis zum Erwachsenendasein mit all ihren Verwicklungen und Facetten werden deutlich. Anders zu sein ist immer schwierig und mit vielen Vorurteilen behaftet. So auch hier. Trotzdem können die Figuren des Romans sich nicht verstellen höchstens verstecken. Selbstbewusstsein und zu ihren Überzeugungen zu stehen, üben sie unter größten Schwierigkeiten. Doch immer haben sie auch Begleiter, die ihnen auf ihrem Weg helfen.
Es ist ein Buch, das sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht. Mein 15 jähriger Sohn war genauso begeistert wie ich.
Sieben Jahre in Tibet – Erinnerungen von Heinrich Harrer
März 31, 2008
Sieben Jahre in Tibet – Erinnerungen von Heinrich Harrer
Ein Buch voller Erinnerungen und Erlebnissen erzählt von Tibet.
Die unglaubliche Natur wird mit Worten in den schönsten Farben gemalt. Einsamkeit, Entbehrung, Staunen über die Natur und auch über die Menschen sind Empfindungen, die von Heinrich Harrer anschaulich dokumentiert wurden. Wenn man das Buch liest, dann begleitet man die beiden Freunde Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter bei ihrer einsamen Reise durch Tibet. Ihr Ziel ist Lhasa. Unterwegs begegnen sie Menschen. Menschen, die ihnen helfen und auch solche, die sie außer Landes weisen. Das Volk Tibets wird als sehr zurückhaltendes fast fremdenfeindliches Volk geschildert, wobei sicher auch die damalige politische Lage eine Rolle spielte.
Aber sie treffen auch auf neugierige, offene Menschen, die sehr interessiert am Fortschritt sind und auf den heutigen Dalai Lama. Er war zu dieser Zeit noch ein Kind, ein sehr interessiertes, kluges Kind.
Wer mehr über Tibet wissen möchte, der kann aus diesem Buch etwas von der Geschichte und den Menschen Tibets erfahren. Gerade in der jetzigen schwierigen Zeit Tibets, wünsche ich den Menschen Beachtung und Hilfe.
Mich hat ganz besonders der Mut der Mönche beeindruckt, die vor ein paar Tagen für die Rechte ihres Landes eingetreten sind. Sie waren meines Erachtens sehr authentisch.
Ute Storjohann
Zu Besuch bei Edvard Munch
März 1, 2008
Im April 2006 machte ich mich auf, um Edvard Munch in der Hamburger Kunsthalle zu besuchen. Da ich kein Auto zur Verfügung hatte, fuhr ich mit der Bahn. Reine Fahrzeit bis zum Hauptbahnhof ist rund 1 Stunde. Doch für mich ist es nie eine verlorene Stunde, denn immer wenn ich mit der Bahn nach Hamburg fahre, begegne ich den Orten meiner Kindheit und erinnere mich sehr gerne im Laufe der Fahrt an diese Zeit. An der Haltestelle „Hutwalckerstraße“ ist der Winterhuder Marktplatz, dort kauften wir ein. An der Haltestelle „Lattenkamp“ war das Schwimmbad, in dem ich schwimmen lernte, und natürlich die Grundschule, die mein Bruder und ich besuchten. Ja, da gibt es dann noch den Stadtpark, in dem wir spazierten, spielten und das Eislaufen am Wasserturm versuchten. Auch die Haltestellen „Eppendorf“, „Sengelmannstraße“, „Langenhorn“, „Ohlsdorf“ und „Barmbek“ verbinde ich mit sehr persönlichen Erinnerungen und so wurde auch diese Reise zu Edvard Munch, wie jede Bahnreise nach Hamburg, schon unterwegs zu einer Reise zu meinen Erinnerungen.
Am Hauptbahnhof angekommen, ist es nicht mehr weit bis zur Kunsthalle. Diesmal mein dritter Besuch dort überhaupt und wieder alleine. Ich hatte mir extra diesen ganzen Tag frei genommen, um Edvard Munchs Bilder zu sehen. Der Altbaueingang mit seiner altmodischen, großen Drehtür ließ mich ein. Ich gab meine Jacke ab, kaufte die Eintrittkarte und begann meinen Besuch.
Von Edvard Munch kannte ich nur die bekannten Bilder „Der Schrei“ und die „Madonna“, sonst nichts.
Für mich war es eine große Überraschung, dass er auch große farbige Ölbilder gemalt hatte, die nichts von seiner Schwermut verrieten. Es fanden sich auch einige wenige, farbige, großformatige Portraits, die mich jedoch nicht sehr berührten, obwohl sie bestimmt sehr gut gemalt waren. Bis auf ein einziges: Drei Mädchen stehen auf einer Brücke, zwei mit dem Rücken zum Betrachter. Ich meine mich zu erinnern, dass alle einen großen Hut trugen. Die Figuren waren irgendwie, ich kann es nicht anders ausdrücken, liebevoll gemalt und die Szenerie hatte so etwas Friedliches.
Die schwarz weiß Bilder von Edvard Munch waren alle kleinformatiger. Sowohl die Portraits als auch die Zeichnungen, Drucke und Skizzen, berührten mich sehr. Sie waren so voller Emotionen, häufig sehr bedrückend, so dass man sie nicht so schnell vergessen konnte. Sie erzählten mir die Lebensgeschichte von Edvard Munch ohne Worte. All sein Grausen, seine Angst, seine Erlebnisse waren sehr plastisch in seinen Zeichnungen, Drucken und Skizzen erlebbar. Seine eigenartige Beziehung zu Frauen war ebenfalls dargestellt. Ich verstand diese Bilder nicht immer.
Die Bilder und Skizzen zum Tode seiner Mutter und seiner Schwester Sophie ließen mich schaudern. Ich war froh, diesen Ausstellungsteil hinter mir lassen zu können.
Für mich ist Edvard Munch ein großer Künstler gewesen, der seine Schaffenskraft aus sich selbst herauszog und mit Hilfe seiner Bilder seine Gefühle offenbarte. Ganz offensichtlich ist seine Seele an den vielen schrecklichen Erlebnissen seines Lebens zerbrochen. Das Bild „Der Schrei“ war für ihn, in meinen Augen, entweder der Versuch, sich von seinem persönlichen Albtraum zu befreien oder ein Hilfeschrei.
Ich selbst male nur, wenn es mir gut geht. Es ist sehr mutig, sich, so wie es Edvard Munch tat, zu öffnen und Bilder seines Innersten zu malen und auch zu zeigen.
Zum Abschluss meines Besuches ging ich noch in die kleine Bibliothek, kaufte dort das Buch „Edvard Munch …… aus dem modernen Seelenleben“ der Hamburger Kunsthallen, Hachmannedition. Zu Hause konnte ich dann noch einmal alles über das Leben dieses besonderen Malers nachlesen und seine in der Hamburger Kunsthalle gezeigten Bilder betrachten.
Ein halbes Jahr später hatte ich das Glück, noch einmal Revue passieren lassen zu können und das mit Hilfe von Dr. Hans Thomas Carstensen (Hamburger Kunstprofessor). Er hielt an der hiesigen Volkshochschule ein wunderbar einfühlsames Referat (begleitet durch Dias der Bilder Edvard Munchs) über den Künstler Edvard Munch. Hier bekam ich, neben den Seelenbildern, noch weitere frühe Bilder des Malers zu sehen, die noch nicht überschattet von seinen Seelenkämpfen waren.
Genau wie der Tagesbesuch in Hamburg war dies ein eindrucksvoller Abend.
Zu Besuch bei Emil Nolde
März 1, 2008
Per Zufall sah einer meiner Lehrer meiner Schulzeit Blumenbilder von mir und es rutschte ihm so heraus: „Wie Emil Nolde“. Ich verstand damals diesen Satz nicht, denn ich kannte keinen Emil Nolde. Wer war das? Bald suchte ich nach Informationen und wurde natürlich auch fündig. Es gibt unendlich viele Bücher über diesen wunderbaren Maler. Nach dem Studium einiger Bücher und der Betrachtung seiner Bilder, kam ich darauf, was mein Lehrer mit seiner Aussage gemeint haben könnte. Er sah wohl in meinen Blumenbildern die gleiche Unmittelbarkeit und Farbkraft wie in Noldes Bildern (Ich selbst würde es nie wagen, mich mit Emil Nolde zu vergleichen). Stark vereinfacht und wie im Garten stehend und leuchtend springen Noldes Blumenbilder dem Betrachter sofort ins Auge. Ich mag diese Vereinfachung und Unmittelbarkeit sehr, sie verbindet einen wunderbar mit der Natur. Nichts ist dort perfekt, alles wächst, gedeiht und vergeht dann wieder, um im nächsten Jahr wieder zu beginnen. Alles ist irgendwie so einfach und unkompliziert, aber ich schweife ab.
Eigentlich wollte ich von meinem Besuch im Museum in Seebüll erzählen.
So kam ich tatsächlich im Kalenderjahr 2005 über Flensburg nach Seebüll. Doch so dicht ist es gar nicht bei Flensburg. Eine gute halbe Stunde Fahrzeit muss man da schon einplanen. Seebüll liegt dann ganz versteckt, „jwd in der Wallachei.“ Ab einem bestimmten Punkt sind die Straßen unglaublich schmal, rechts und links gibt es nur noch flaches Land mit hohen Gräsern soweit das Auge reicht. Wenn nicht ab und zu Hinweisschilder auftauchen würden, zweifelt man schon, ob man sich noch auf der richtigen Wegstrecke befindet.
Angekommen! Ein schöner Weg zwischen Gräsern, die sich im Wind biegen, führt zum Haus. Links ist weit entfernt ein altes Bauernhaus auf einer kleinen Anhöhe zu sehen. Auch das Haus von Emil Nolde steht etwas erhöht. Es ist dunkel und kastig mit Flachdach. Wenn man bedenkt in welcher Zeit und Umgebung (Es gab damals dort ganz sicher fast nur Bauernhäuser mit Strohdach.) es gebaut wurde, dann war dieses Haus sicher revolutionär. Auch das passt irgendwie zu seinem Freigeist, der sich ebenfalls in seinen Bildern ausdrückt.
Enge Flure, schmale alte Holztreppen, große und kleine Räume erwarten den Besucher. Im Keller befinden sich die biblischen Bilder. Mich erschrecken die groben, leidenden und verhärmten Figuren in seiner Bildern. Das hatte ich nicht erwartet.
Weiter geht es in den großen höher gelegenen Raum. Dort befinden sich viele Ölgemälde, dicht an dicht. Große Bilder mit starker Leuchtkraft. Blumenbilder, Menschen- und Landschaftsbildnisse in großen Formaten. Hier fühle ich mich wohler. Die Bilder vermitteln mir Energie, Lebens- und Schaffenskraft, die Liebe zur Natur und den Menschen. Aber ein bisschen erschlägt und beunruhigt mich auch die Kraft der Farben.
In den oberen kleinen Räumen dann treffe ich auf die ungemalten Bilder, kleine Aquarelle und Aquarelle auf Japanpapier. Diese Bilder faszinieren mich, diese Räume sind meine. Die schlichten Motive wurden mit sicherem Strich gemalt. Die Farben leuchten auch hier. Kleinere Formate und die Sanftheit des Aquarells wirken beruhigend, und so als wäre ich angekommen, auf mich. Hier halte ich mich am längsten auf und genieße den Anblick der einzigartigen Bilder Emil Noldes.
Dann geht es hinaus in den Garten. Er ist faszinierend. Die Beete sind wunderschön angelegt. Da es September ist, beherrschen Astern und Dahlien in allen Formen, Farben und Größen das Bild. Ein wunderschöner Bauerngarten, der ganz sicher zu jeder Jahreszeit seine Farbenpracht entfaltet, begeistert mich. Ich verstehe die Verbundenheit Emil Noldes zu den Blumen bei diesem Anblick voll und ganz.
Ganz erfüllt von den Eindrücken geht aus auf den Heimweg. Bis heute (2008) ist die Erinnerung an diesen Besuch bei Emil Nolde für mich ganz unmittelbar, als wäre es erst gestern gewesen.
Ich hoffe sehr, dass ich ihn eines Tages wieder dort, wo er für immer lebendig ist, besuchen kann.