Zum 70. Geburtstag von Klaus Fußmann gibt es im Kreuzstall eine Sonderausstellung mit Werken des Malers. Die Ausstellung beinhaltet sowohl Aquarelle als auch Ölbilder. Die Aquarelle gefielen mir größtenteils gut. Hier sind einige kleinformatige Blumenbilder in Aquarell für mich ganz besondere Schätze gewesen. Auch findet man in Schautischen viele Aquarelle, ein Tisch Blumenmotive und ein Tisch Landschafts- und Farbmotive, in Postkartenformat.
Ölbilder hat er mehrfach in verschiedenen Formaten, das Motiv in unterschiedlichen Farbrichtungen oder das Stillleben verschiedener Krüge, Vasen und Porzellanschalen unterschiedlich angeordnet immer wieder gemalt.
Die Farbigkeit der Ölbilder ist eher gedeckt (einzige Ausnahme sind die verschiedenen Varianten des Einhorns/Pferdes mit der extrem grünen Wiesenfläche), während die Aquarelle leuchten.
Bei den großformatigen Ölbildern gefiel mir besonders sein „Modell mit dem violetten Tuch“ (den Bildtitel: Name des Modells, weiß ich leider nicht mehr genau). Sowohl die Farbigkeit als auch der Ausdruck, den die Frau mir vermittelte sprach mich an.
Das Bild „wie lange noch“ stellt einen Wald dar, auf den ersten Blick sehr schön. Auf den zweiten Blick sind die kahlen Spitzen der Bäume deutlich sichtbar. Ein Mahnmal gegen die Umweltverschmutzung, ein großartiges Bild, das zum Nachdenken anregt.
Gar nicht anfreunden konnte ich mich mit den grob und megadick aufgeklatschten Ölschichten auf einigen kleinformatigen Bildern.
Alles in allem war es sehr interessant, die Arbeitsweise des Klaus Fußmann zu sehen und vor allem, was ich bisher noch in keiner Ausstellung sah, das mehrfach abgebildete Motiv aus unterschiedlichen Sichtweisen mit unterschiedlichen Farben.
Es grüßt Euch – usto
Ziemlich neugierig war ich, was mich wohl in der Galerie der Klassischen Moderne auf Schloss Gottorf erwarten würde. Ich wurde nicht enttäuscht.
Im Eingangsbereich befinden sich eine sehr schöne modern gehaltene Cafeteria und die Möglichkeit, Erinnerungsbildbände oder Karten mit nach Hause zu nehmen. Die Ausstellung beginnt mit Bildern des Schülerwettbewerbes „Jugend im Museum“. Die Schüler haben sich mit dem Expressionismus beschäftigt. Lebhafte wunderbare nachempfundene „Nolde Bilder“ hängen an den Wänden, ebenso wie bunte expressionistische Selbstportraits. Dem schließen sich echte Noldes und Expressionisten wie Jawlenski, Otto Müller und noch mehr große Namen an. Die Portraits aus Neuguinea von Emil Nolde haben mich überrascht. Sie sind wunderbar fein gearbeitet, wo ich sonst häufig die groben Menschen Emils gesehen hatte. Sie begeistern mich sehr.
Ein echtes Highlight ist dann jedoch die Käthe Kollwitz Sammlung. Großartige Zeichnungen! Portraits, Selbstportraits und Menschenbilder werden gezeigt. Sie lebte in einer sehr schwierigen Zeit und musste den zweiten Weltkrieg erleben. Gekonnt hat sie das Leid der Menschen eingefangen und auch anhand der Selbstportraits war erkennbar, wie schwer ihr eigenes Leben gewesen sein musste. Hunger, viele Frauen, die eng zusammenrückten und ums Überleben kämpften – wenig Männer, Kinder, waren ihre Themen. Soziale Not hat sie grandios dargestellt. Plakatentwürfe wie „Unsere Kinder sollen nicht mehr hungern“, „Lasst die Kriegsgefangenen frei“, finden sich auch in der Ausstellung. Ich bin schwer beeindruckt. Käthe Kollwitz war für mich eine Kämpferin für die sozialen Belange der Menschen ihrer Zeit.
Es grüßt Euch – usto
Zu Besuch auf Schloss Gottorf in Schleswig an der Schlei
April 26, 2008
Schloss Gottorf, wann war ich zuletzt einmal da? Ja, hier bei uns war und ist es immer noch so, dass fast alle 4. Klassen unserer Grundschulen Schloss Gottorf, Haitabu und den Schleswiger Dom besuchen. Es ist ja nicht weit, rund 1 Std. Fahrt über die A 7 und schon ist man da.
Ich habe nur noch verschwommene Erinnerungen – es ist eben sehr lange her, dass ich mir die Moorleichen und auch Haitabu angesehen hatte. Es wird wirklich Zeit, den Besuch einmal zu wiederholen und die Erinnerung aufzufrischen. Ich freue mich auf den Ausflug, freue mich ganz besonders auf die Kunstausstellung der Berliner Brücke Maler. Das Gute und Besondere an Schloss Gottorf ist, dass hier jeder Besucher etwas für ihn Interessantes entdecken kann. Wer allerdings alles sehen möchte, sollte sich 2 – 3 Tage Zeit nehmen. Schloss Gottorf bietet nämlich: den Kunst- und Kulturgeschichtlichen Rundgang vom Mittelalter bis zum Jugendstil, die archäologischen Ausstellungen von der Steinzeit bis zum Mittelalter, Ethnologische Ausstellungen (Afrika, Samurai, Sápmi), die Nydamhalle, eine Kutchensammlung, die Galerie der Klassischen Moderne, den Kreuzstall (Kunst, Kunsthandwerk und Design des 20.Jahrhunderts) die Reithalle (Sonderausstellung Wilhelm Busch). Auch im Eintritt enthalten ist der Besuch des Volkskundemuseums Schleswig (nur 900 m entfernt), der Barockgarten mit dem Globushaus und der Skulpturenpark der Schlossinsel.
Bei Sonne, Wolken und eisigem Wind geht es also eine Stunde gen Norden. Autobahnabfahrt Schleswig – Jagel geht es ab und schon bald habe ich einen wunderbaren Blick auf die Schlei und den berühmten Schleswiger Dom, in dem sich der berühmte Brüggemann Altar befindet.
Links auf der Schlossinsel erblicke ich Schloss Gottorf.
Stiftung Gottorf zeigt Höhepunkte aus dem Berliner Brücke Museum
(Auswahl mit 100 Werken)
Als erstes geht es in die Ausstellung der Expressionisten. Die Ausstellung beginnt mit den fröhlichen, leuchtenden Ölgemälden und geht dann über in Holzschnittarbeiten auf kleinem Format.
Mir gefallen auf Anhieb die Friesenhäuser I von Emil Nolde. Die Wärme und die Liebe Noldes zu seiner Heimat kommen da total durch. Auch eine kleine Aktradierung des Malers von 1906 sowie ein Selbstportrait von 1908 (Strich- und Tonätzung) sagen mir sehr zu.
Das Bild „Artistin – Marcella“, 1910, von Ernst Ludwig Kirchner, in grün mit wenig rot gehalten, mag ich auch sehr. Es wirkt sehr harmonisch und hat durch die roten Hausschuhe doch eine gewisse Spannung. Der Farbholzschnitt „Burg bei Chemnitz“(14,1 x 12 cm) von 1904 gefällt mir ebenfalls sehr. Vor allem die Farbgebung gelb, blau und wenig rot spricht mich an. “Schlachthofbahn im Winter“ ein Holzschnitt von 1906 besticht durch die wilde, expressive Holzschnittarbeit des Malers. Es wirkt so, als ob er in einem Rausch gearbeitet hat, eben sehr emotional. Ich bewundere es sehr, wie man auf so kleiner Fläche (22 x 25,3 cm) so ausdrucksstark arbeiten kann.
Bei den Bildern „Mädchen mit geneigtem Kopf“ (1904) und „Hockender Mädchenakt mit langem roten Haar“ (1904), zwei Aquarellen, ist die Unmittelbarkeit und Leichtigkeit des Farbauftrages gut zu spüren. Die Farbkontraste Orange/Blaugrün und Rot/Grün setzen die Motive gekonnt in Szene.
Der Holzschnitt „Stiere“ wirkt auf mich impulsiv gearbeitet. Beim Betrachten habe ich das Gefühl, als würden die beiden Stiere jetzt, in diesem Moment miteinander kämpfen. Die Farbgebung Schwarz/Weiß unterstreicht irgendwie die Aggressivität der Tiere.
Auch bei Karl Schmidt – Rottluff finde ich ein wunderschönes Aquarell. Der „Vareler Hafen“ von 1909 ist ein Bild, das wie aus einem Guss wirkt. Es zeigt Häuser, Schiffe und Spiegelungen. Herrlichste leuchtende Farben ziehen mich in den Bann. Die klaren Farben wurden unmittelbar und sicher neben einander gesetzt. Nachträglich wurden von dem Maler noch einige schwarze Tuschelinien gezogen, die wunderbar mit den Aquarellfarbflächen harmonieren.
Zwei kleine Holzschnitte des Malers Fritz Bleyl fallen mir auf. Da ist einmal der Holzschnitt „Stehender weiblicher Akt“ in der Größe 10,1 x 2,1 cm und zum Zweiten das Bild „Winter“ (17 x 9,9 cm), beide von 1905. Sie fallen irgendwie aus dem Rahmen. Später lese ich nach und finde heraus, dass sie dem Kompositionsschemata japanischer Farbholzschnitte entsprechen. Sie sind also wirklich etwas Besonderes.
Max Pechstein begeistert mich mit dem Ölbild „ Das gelbschwarze Trikot“ von 1909. Durch die Farbgebung Orange/Gelb und Grün kann ich die Sommerhitze geradezu spüren. Und die Krönung seiner hier gezeigten Bilder ist das sehr große Ölbild „Fischerboot“ von 1913 (190 x 96 cm). Das Schaukeln des Bootes auf dem stürmischen Meer unter dunklen dicken Wolken, die Anstrengung, Willenskraft und Angst in den Gesichtern der Ruderer ist beim Betrachten spürbar.
Auffallend ist für mich auch die Lithographie „Tänzerin (Tänzerpaar)“ aus dem Jahr 1909. Sie wirkt irgendwie humorig, frivol bis leicht zynisch auf mich.
Zu Otto Muellers Bildern und Drucken finde ich irgendwie nicht so richtig den Zugang. Sowohl die Figuren als auch die Farbigkeit seiner Bilder sprechen mich nicht wirklich an.
Namen, Größen und aus welchem Jahrgang die gezeigten Bilder waren, konnte ich mir natürlich so nicht merken. Ich entnahm diese Details aus dem Begleitbuch „Brücke High-Lights“, Magdalena M. Moeller, Hirmer Verlag München. In diesem Buch findet man alle 100 Bilder der Ausstellung und noch zusätzlich 147 weitere Werke mit Erläuterungen zu den einzelnen Bildern und Malern.
Die Ganzheit als Ziel – Stiftung Reinhardt und Johanna Guldager
Im 3. Obergeschoss des Schlosses Gottorf treffe ich ganz überraschend auf die Sammlung der Stiftung R. und J. Guldager. Es handelt sich hierbei um eine ethnologische Sammlung – Afrika. Das Ehepaar Guldager war einige Zeit in Afrika in der Entwicklungshilfe tätig. Sie brachten von dort afrikanische Masken, Schmuck und vieles mehr mit. Die Masken sind überwiegend aus Holz gearbeitet und mit verschiedenen Naturmaterialien verziert. Zu jeder Maske ist beschrieben, welchem Zweck sie dient, z. B. ist mir hier in Erinnerung geblieben – für die Verkündung des Todes eines Stammesangehörigen. Auch findet man in den Räumen verschiedene Entwicklungsprojekte erklärt.
Ganz besonders interessieren mich jedoch die Aquarelle von Reinhardt Guldager. Er hat mit sicheren Pinselstrichen in kräftigen Farben sowohl die Masken als auch die Menschen auf verschiedenen Papieren festgehalten. Fesselnd sind die Blicke der Menschen. Sie sind nicht als einfache Portraits dargestellt, sondern vermitteln die Lebenssituation der Personen. Das gefällt mir ganz besonders daran.
Die Bronzezeit, Jungsteinzeit und Menschen der Eisenzeit (Moorleichen)
Als erstes geht es in den Raum, in dem auch eine Moorleiche ausgestellt ist. Links herum gegangen, werden Kleidungsreste und auch Modelle, wie die Kleidung tatsächlich ausgesehen hat, ausgestellt. Mich überrascht, dass die Kleidung farbig, hier in einem dunklen Ziegelrot, gewesen sein soll. Bevor es zu der Moorleiche geht, werden drei Theorien an Schautafeln dargelegt, wie die Leiche wohl gestorben sein könnte. Jede der Theorien ist möglich. Bevor es dann endgültig zu den Moorleichen geht, gibt es für jeden Besucher die Möglichkeit, sich zu äußern, ob er es für richtig hält, überhaupt Moorleichen zu zeigen. Ich meine, man hat viel über das Leben und die Menschen unserer Vergangenheit durch die Untersuchung der Moorleichen gelernt und so ist es dann auch o. k. sie der Öffentlichkeit zu zeigen. Hier, auf Schloss Gottorf werden sie in den Schaukästen sehr pietätvoll gezeigt. Niemand geht an ihnen vorbei und sieht sie zwangsweise. Der Besucher kann sich ganz bewusst entscheiden – für oder gegen das Anschauen. Kleine Kinder müssen von Erwachsenen hoch gehoben werden, um einen Blick auf die Moorleichen werfen zu können.
(Die Aussagen beziehen sich nicht auf die neue Ausstellung „Der Traum vom ewigen Leben“ in der Reithalle. Diese neue Ausstellung gab es zum Zeitpunkt meines Besuches noch nicht.)
In den Schaukästen nach den Moorleichen werden Grabbeigaben gezeigt. Sie sind unterschiedlich, je nachdem ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Natürlich spielt auch die Stellung des Toten eine Rolle. Reich und arm war auch damals schon ein Thema. Ebenso spielt bei Kindern das unterschiedliche Alter bei den Grabbeigaben eine Rolle.
Merkwürdige Gegenstände sehe ich und kann sie nicht zuordnen. Zu was wurden sie gebraucht? Bei den Männern sind auch Waffen, Gürtel, Messer u. ä. zu sehen. Auch bei einigen Frauen wurden Messer dem Grab beigelegt. Hierzu wird in der Ausstellung bemerkt, dass dieses eigentlich nicht üblich war. Möglicherweise wurden die Messer zu anderen Zwecken gebraucht oder die Frauen lebten tatsächlich in einer sehr unsicheren Zeit und mussten sich selbst schützen. Krüge, sehr wenig Schmuck, Haarnadeln und Handarbeitswerkzeug findet man bei den Frauen eher.
In einem Schaukasten eines reichen Mannes steht eine Glasschale. Ich glaube nicht, dass es in dieser Zeit schon Glas gab, oder doch? Eine spätere Recherche ergab, dass es tatsächlich schon seit 1.500 vor Christus Glas gibt.
Am Ende der Ausstellung befinden sich Schaukästen, in denen genau beschrieben ist, was man mit den gezeigten Grabbeigaben machte. Mein Rätsel hat sich gelöst. Ich hätte die Ausstellung rechtsherum beginnen sollen.
Tod und Jenseits
Auf der anderen Seite des Flures geht es in die Ausstellung Tod und Jenseits. Zuerst dachte ich, dieser Teil ist wohl gesperrt, denn es ist dort dunkel, nur sehr wenig beleuchtet auf dem Flur. Auf dem Flur findet sich das Modell eines Ahnenhauses (Grabhügel). Stockdunkel, nur durch das diffuse Licht der Schaukästen erhellt, ist der nächste Raum. Mitten im Raum ist ein Scheiterhaufen aufgebaut, auf dem scheinbar eine in Leichentuch gehüllte Gestalt liegt. Mir ist unheimlich zumute. Weitere Kleidungsstücke und Grabbeigaben sind in Schaukästen ausgestellt. Große hölzerne Ahnen, Boten oder Götter sind aufgestellt worden und in einer kleinen Ecke liegt noch eine Moorleiche. Tod und Jenseits. Ein bedrückender Raum, ich bin froh, ihn verlassen zu können.
Die hier gemachten Aussagen beziehen sich nicht auf die neue Ausstellung „Der Traum vom ewigen Leben“ in der Reithalle. Diese Ausstellung gab es bei meinem Besuch noch nicht.
Das einfache Leben der Bauern, Jäger und Fischer
Lebensverhältnisse, Gegenstände des täglichen Lebens und die Arbeit mit diesen Gegenständen wird im nächsten Raum präsentiert. Ich bin schon ziemlich müde von den vielen Eindrücken und vom vielen Lesen an den ganzen Schautafeln und gehe daher etwas schneller an den Schaukästen vorbei und lese nur noch teilweise etwas. Da wird ein kleiner Film gezeigt. Ich bleibe stehen und schaue mir an, wie die großen Felsbrocken zu einem bestimmten Ort transportiert und dann aufeinander geschichtet wurden. Etwas weiter am Ende des Raumes wird noch ein Film gezeigt. Mit primitivstem Handwerkszeug wird ein Bernstein bearbeitet und später als Glied einer Kette verwendet. Die Menschen früher waren schon sehr einfallsreich und wussten sich zu helfen. Ganz sicher hatten sie ein hartes Leben. Harte körperliche Arbeit bestimmte ihren Alltag. Unglaublich abhängig waren sie vom Wetter, welches den Ernteertrag bestimmte, der ihr Überleben sicherte. Leben und Tod waren sehr nah beieinander.
Pause
Ich brauche eine Pause. Im Schlosskeller gibt es ein gemütliches Restaurant. Eine kleine, aber feine Karte verspricht Leckereien. Von der Husumer Krabbensuppe bis zu einem Stück Kuchen ist eine feine Auswahl vorhanden.
Danach geht es zu einem Spaziergang rund um das Schloss und zum Barockgarten. Der Skulpturenpark liegt hinter dem Schloss. Die nackten Figuren frieren bei dem eisigen Wind und dem Schnee ganz bestimmt. Eine neue Skulptur finde ich auch noch, eine von Kindern gebaute Schneehöhle. Sie entlockt mir ein Lächeln, ansonsten friere auch ich ganz schön.
Der befestigte Gartenweg zum Barockgarten ist gerade und lang. Rechts und links des Weges befinden sich feuchte, moorige Wiesen.
Trotz des Schnees kann man sehen, dass der Barockgarten in Terrassen angelegt ist. Mitten drin befindet sich das Globushaus. Wenn man in den Garten geht, trifft man zuerst auf zwei kleine Teiche. Aber heute lohnt es nicht, sich durch den Garten zu bewegen. Die Wege sind matschig und verschneit. Das ist nicht gut für die Schuhe. Ein andermal, vielleicht im Sommer komme ich wieder.
Die Nydamhalle
Es ist noch etwas Zeit. Was kann man noch anschauen? Die Kutschensammlung, die Galerie der Klassischen Moderne, die Reithalle (Ausstellung Wilhelm Busch), das Atelier Wimmer, die Bibliothek, im Schloss Mittelalter, Renaissance, Biedermeier, Barock, Volkskunst, Jugendstil oder die Geschichte von Schloss Gottorf oder die Nydamhalle. Die Auswahl ist noch groß.
Es soll die Nydamhalle sein. Eine riesige Halle erwartet uns. Die Hauptattraktion ist natürlich das Nydamboot. 45 Ruderer fasste es. Es ist erstaunlich gut erhalten. Nach dem Fund des Bootes und der ersten Ausstellung in Schleswig hat es noch zwei Ausflüge gemacht, einen während des 2. Weltkrieges. Ausgelagert, im Bauch eines Schiffes versteckt, harrte es auf einem unserer Seen einige Jahre aus, um dann unbeschädigt wieder in Schleswig in der Nydamhalle aufgestellt zu werden. Einen zweiten Ausflug machte es vor kurzem. Es wurde verpackt und nach Dänemark gebracht und dort ein Jahr lang ausgestellt. Beide Ausflüge sind durch Fotos dokumentiert.
In der Nydamhalle findet man auch noch in den Schaukästen ausgestellte Waffen, Kettenhemden und Schilde. Die Schilde sind groß und vermutlich sehr schwer. Die Männer, die diese Schilde trugen, mussten schon sehr muskulös sein.
Auch Angriffsstrategien werden dokumentiert.
Das Museum schließt im März bereits um 16.00 Uhr. Aber für die letzte halbe Stunde lohnt es sich nicht, noch in eine der anderen Ausstellungen zu gehen. Ich versuche noch ein schönes Foto vom Schloss zu machen. Es ist schwierig, da überall andere Gebäude den Blick etwas verstellen. Von hinten ist das Schloss nicht fotogen. Also doch von schräg vorne und dann ab nach Hause.
